Hier entsteht etwas Neues

In wenigen Wochen präsentiert sich der clarat Blog in neuem Design und mit neuen Themen. Wir wollen die Flüchtlingshilfe und die Kinder- und Jugendhilfe noch transparenter machen.  Schon jetzt beginnen wir hier mit dem A-Z des sozialen Sektors. Nach und nach füllt sich dieses A-Z wie ein Lexikon mit Begriffen aus der Welt der Probleme und Hilfen in Deutschland. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn du ein Problem hast und mehr darüber erfahren möchtest. Oder, wenn du die Hilfen, die es in Deutschland gibt, besser verstehen möchtest.

Wir glauben, dass jeder Mensch mal Probleme hat. Und, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Mit clarat.org wollen wir dich auf dem Weg dorthin begleiten.

Wellcome – Praktische Alltagshilfe für Eltern nach der Geburt

Eltern werden ist aufregend. Eltern sein, ist nicht weniger aufregend. Ein Baby zu bekommen, ist etwas Wunderbares und die Freude ist riesig. Die neue Familie ist überglücklich, dieses kleine Wesen nun bei sich zu haben und genießt die erste Zeit zu Hause. Es ist wichtig, sich als Familie richtig kennenzulernen, sich aneinander zu gewöhnen, viel zu kuscheln, Nähe und Vertrauen aufzubauen.

Doch so schön diese Zeit ist, sie ist auch anstrengend. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Vielleicht spielen auch die Hormone noch verrückt. Die Gefühlslagen von jungen Müttern und Vätern schwanken zwischen unglaublicher Euphorie und totaler Erschöpfung. Wenig Schlaf, Hilflosigkeit, Überforderung, Wut, Verzweiflung, Ratlosigkeit, Stress, Überlastung, Unsicherheit: all das sind Gefühle und Situationen, die junge Eltern kennen. Diese Gemütszustände sind natürlich und ganz normal. Keine junge Mama und kein junger Papa sollten sich dafür schämen.

Es gibt Unterstützung für frischgebackene Eltern. Das Programm Wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt hilft Neugeborenen und ihren Familien, den Alltag kurz nach der Geburt zu meistern.

Das Projekt basiert auf der Nachbarschaftshilfe. Ehrenamtliche helfen Familien in der ersten Zeit mit ihrem Baby, damit sich die Mütter oder Väter auch Zeit für sich nehmen können. Junge Eltern brauchen Ruhephasen, um neue Kraft und Energie zu schöpfen. Die ehrenamtlichen wellcome-Mitarbeiter unterstützen sie dabei. Sie besuchen die Familien 1 bis 2 mal pro Woche. Dort bleiben sie meist für 2 bis 3 Stunden und können vielerlei Aufgaben übernehmen: sie helfen im Haushalt, spielen mit dem Geschwisterkind, gehen mit dem Baby spazieren oder haben einfach ein offenes Ohr für die alltäglichen Sorgen der Eltern.

Die Hilfe von wellcome kann über eine Dauer von 12 Monaten in Anspruch genommen werden. Die Ehrenamtlichen unterstützen Familien mit Neugeborenen bis hin zum Kleinkindalter von einem Jahr.

Wellcome gibt es seit 2002 und hat seinen Sitz in Hamburg. Doch wellcome gibt es in ganz Deutschland. In Berlin ist es an 17 Standorten vertreten. Viele Familien nutzen wellcome Allein im Jahr 2016 bekamen 320 Familien in Berlin Unterstützung. Da der Alltag mit 2 Babys noch anstrengender ist, war mehr als jeder 4. Einsatz bei Familien mit Zwillingen.

Der Alltag mit Baby ist eine große Freude, aber er ist auch stressig. Hast du ein Baby und bist überfordert oder kennst du Familien mit einem Neugeborenen, die Unterstützung brauchen? Auf clarat.org findest du Hilfe.

 

Stalking

Stalking ist ein englischer Begriff, der ursprünglich aus der Jägersprache kommt und anpirschen, sich anschleichen oder auflauern bedeutet. Es beschreibt aber auch ein Verhaltensmuster, bei dem eine Person bewusst und wiederholt von einem Stalker belästigt, bedroht, verfolgt, ausspioniert oder sogar körperlich angegriffen wird. Der Person wird gegen ihren Willen nachgestellt, was zu schwerwiegenden Einschränkungen in ihrem Alltag sowie ihr Privat- und Berufsleben führt. Durch die beharrliche Belästigung wird die freie Lebensgestaltung der Betroffenen massiv beeinträchtigt. Die Opfer von Stalking leiden unter der Verfolgung und haben infolge mit psychischen Problemen zu kämpfen. Viele berichten von Depressionen, Angstzuständen, Traumata oder Verfolgungswahn.

Stalking ist ein ernstzunehmendes Verbrechen, welches die Freiheit der Opfer massiv einschränkt. Laut Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sind in Deutschland 12% aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von Stalking betroffen. Über 80% der Opfer sind dabei weiblich und die Täter vorrangig männlich.

Das Motiv des Stalkers ist  es, Macht und Kontrolle über sein Opfer zu gewinnen. Meist steckt irgendeine Form der Abweisung hinter den Taten des Stalkers. Die Stalker handeln irrational aus Rache, mit verletztem Stolz oder im Liebeswahn. In den meisten Fällen geht dem Stalking ein Verhältnis voraus, sei es freundschaftlich, beruflich, nachbarschaftlich oder eine Liebesbeziehung. In seltenen Fällen ist der Stalker ein Unbekannter und der oder die Gestalkte nur ein Zufallsopfer.

Stalking beginnt meist mit einer übermäßigen Kontaktaufnahme in Form von Briefen, SMS, Nachrichten, Anrufen, aber auch in Form von Geschenken und kleinen Aufmerksamkeiten. Erfolgt die Belästigung eher online über Foren, Chats oder Email ist von Cyber-Stalking die Rede. Oftmals nehmen die Stalker auch persönlich Kontakt auf, beobachten und verfolgen ihre Opfer und lauern ihnen auf. Die Verfolgung nimmt extreme Ausmaße an und die Stalker sind oft geradezu besessen von ihren Opfern. Stalking wird so zum regelrechten Psychoterror, der das Leben der Betroffenen bestimmt.

Es ist ratsam, alles zu dokumentieren und sich damit an die Polizei zu wenden. Auch hier ist Stalking kein unbekanntes Thema mehr. Es ist eine Straftat und wird im Strafgesetzbuch §238 als Nachstellen bezeichnet. Verurteilte Stalker erhalten Geldstrafen und können auch mit Gefängnisaufenthalten bestraft werden. Der 2007 in das Strafgesetzbuch eingefügte Tatbestand erzielte Fortschritte für Stalking-Opfer. Unddas Thema Stalking wurde nun auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Die Situation ist für die Opfer jedoch noch immer unbefriedigend. Denn sie müssen ihren Leidensweg an verschiedenen Stellen mehrfach schildern und die Schuld des Täters nachweisen. Die Verantwortung liegt noch immer sehr beim Opfer, statt bei der Bewertung des Täters. Doch das Gesetz wurde dahingehend erweitert: Stalking muss objektiv geeignet sein, das Leben der Betroffenen schwerwiegend einzuschränken. Das bedeutet, es muss nicht erst zu einem Schaden kommen, bevor die Polizei eingreift. s muss nur die Möglichkeit dafür bestehen und nachgewiesen werden, dass ein möglicher Schaden eintreten kann.

Opfer von Stalking sollten sich schnell Hilfe holen. Die psychische Gewalt des Stalkings ist oft sehr eng verbunden mit sexueller und körperlicher Gewalt. Es gibt verschiedene Beratungsstellen und Opferhilfen in Berlin und ganz Deutschland.

 

Wenn du gestalkt wirst oder jemanden kennst, der gestalkt wird, findest du außerdem Hilfe auf clarat.org.

 

Cybermobbing

Mit Cybermobbing (auch: Cyber-Bullying) ist das anhaltende Beleidigen, Bloßstellen, Verleumden oder Ausgrenzen einer Person mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmedien gemeint. Die Angriffe können über soziale Netzwerke (WhatsApp, Facebook, YouTube etc.), SMS, E-Mail, Chats oder andere Internetdienste erfolgen. Die Täter sind Einzelpersonen oder Gruppen.

Beispiele von Cybermobbing unter Schülern

Beleidigungen: Jugendliche bezeichnen eine beleibte Mitschülerin über einen Instant Messenger immer wieder als „fettes Schwein”.

Bloßstellungen: Eine Schülerin nimmt ein intimes Video von sich auf und schickt es vertraulich an einen Klassenkameraden. Dieser lädt es auf eine Videoplattform und informiert die ganze Klasse darüber.

Verleumdungen: Eine Schülergruppe verbreitet über ein soziales Netzwerk immer wieder die Lüge über die angebliche Homosexualität eines Mitschülers.

Ausgrenzungen: Der Klassenchat auf WhatsApp zieht um. Ein Schüler wird bewusst nicht darüber informiert und ihm wird der Zugang verwehrt.

Fake-Profil: Eine Schülerin erstellt einen Facebook-Account unter dem Namen einer Mitschülerin und beleidigt darüber einen Lehrer.

Wie häufig kommt Cybermobbing vor?

In Deutschland sind etwa 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler von Cybermobbing betroffen (Cyberlife II Studie 2017). Eine Befragung von 12 bis 19-Jährigen bestätigt: Cybermobbing gehört bei vielen Jugendlichen zum Alltag. 8 Prozent der Befragten waren selbst schon Mobbing-Opfer. Mädchen waren mit 9 Prozent geringfügig stärker betroffen als Jungen mit 7 Prozent. Etwa jeder dritte Jugendliche kannte jemanden, der schon einmal im Internet oder über das Handy fertig gemacht wurde. Die Schulform spielte dabei keine entscheidende Rolle: An Gymnasien waren 32 Prozent, an den übrigen Schulen 37 Prozent der Schüler betroffen (JIM-Studie 2016).

Die Motive der Täter

Was treibt Jugendliche an, Mitschüler oder Mitschülerinnen online zu schikanieren? In einer aktuellen Studie geben mehr als 13 Prozent der Jugendlichen an, selbst Täter gewesen zu sein. Ihre Opfer sind meist Jugendliche, die bereits im “echten” Leben Angriffen ihrer Mitschüler ausgesetzt sind. In etwa der Hälfte der Fälle handelt es sich bei den Opfern um Jugendliche, die durch ihr Aussehen oder Verhalten auffallen. Auch Rassismus, Sexismus oder Homophobie können hinter Cybermobbing stehen. Eine Befragung von jugendlichen Tätern ergab, dass fast die Hälfte ihr Tun damit begründen, dass ihre Opfer “die Angriffe verdient haben” oder sie “Ärger mit der betreffenden Person haben”. Fast jeder vierte Täter gab an, „aus Spaß“ zu handeln. Etwa jeder zehnte Täter bezeichnete die Taten als “cool” oder nannte “Langeweile” oder “schlechte Laune” als Tatmotiv. 13 Prozent begründeten das Verhalten damit, dass “andere es auch machen” (Cyberlife II Studie 2017). In der virtuellen Welt ist die Hemmschwelle zur Tat deutlich kleiner als im Offline-Leben: Es fällt schwerer Mitleid zu empfinden, da die Reaktion des Opfers nicht direkt ersichtlich ist. Auch die ständige Verfügbarkeit des Smartphones als “Tatwerkzeug” erleichtert es, zum Täter zu werden. Außerdem kann der Täter anonym agieren. Das heißt, dass die Opfer oft nicht einmal wissen, wer sich hinter den Taten verbirgt.

Die Folgen für die Opfer

Was vielen Tätern wie ein harmloser Streich vorkommt, kann enorme Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Dabei gilt es zu beachten, dass sich durch den Einsatz elektronischer Medien die Situation von Mobbing-Opfern verschärft hat: Attacken können online nun rund um die Uhr erfolgen. Über soziale Medien kann zudem schnell ein großes Publikum erreicht werden. Stehen peinliche Fotos oder verbale Attacken einmal im Netz, ist es außerdem äußerst schwierig, diese wieder zu löschen. Die Geschädigten sind also in einer besonders misslichen Lage. Hinzu kommt: Die meisten Opfer sind zwischen 11 und 17 Jahre alt. Sie befinden sich in einem Alter (Pubertät), in dem sie besonders anfällig für Verletzungen sind. Die Folgen von Cybermobbing sind oftmals entsprechend gravierend: Viele Jugendliche entwickeln ein schlechtes Bild von sich selbst und ziehen sich zurück. Nicht selten reagieren sie mit Schlaf- und Lernstörungen oder Schulangst. In schwerwiegenden Fällen können sich ernsthafte psychische Krankheiten entwickeln. Von Depressionen bis hin zu zwanghaften Selbstverletzungen. Jeder fünfte Betroffene denkt laut einer Studie darüber nach, sich das Leben zu nehmen (Cyberlife II Studie 2017).

Was tun bei Cybermobbing?

Wie verhalten sich Jugendliche, wenn sie Opfer von Cybermobbing geworden sind? Die JIM-Studie 2016 gibt darauf eine klare Antwort: Jugendliche vertrauen sich meistens ihren Eltern an. 59 Prozent der Befragten gaben die Eltern als erste Anlaufstelle an. Etwas weniger als die Hälfte der Befragten holt sich Unterstützung bei Freunden, etwa jeder 20. von Lehrern oder der Polizei. Lediglich jeder 100. Befragte gab an, sich an Beratungsstellen, Netzwerk-Betreiber oder den Täter zu wenden. Zur Einbeziehung von Eltern oder Freunden rät auch das Programm Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK). Es empfiehlt zudem, nicht direkt auf Beleidigungen oder Bedrohungen einzugehen. Stattdessen sollte das Beweismaterial in Form von Fotos, E-Mails oder SMS gesichert werden. In schwerwiegenden Fällen wird nahegelegt, sich direkt an die Polizei zu wenden und eine Anzeige zu erstatten. Betroffene sollten versuchen, Bilder und Videos, die das Opfer zeigen, über den Netzwerk-Betreiber löschen zu lassen.

Bist du selbst von Cybermobbing betroffen? Dann findest du auch auf clarat.org Hilfe. Telefonische Mobbing-Beratungen haben wir hier für dich zusammengestellt.

 

Praktikum

Bei einem Praktikum (Mehrzahl: “Praktika”) arbeitest du für eine begrenzte Zeit in einem Betrieb. In dieser Zeit lernst du den Beruf und den Betrieb kennen. Und du sammelst Arbeitserfahrung. Meistens geht das Praktikum 3 bis 6 Monate. Wenn man ein Praktikum macht, wird man auch als Praktikant bezeichnet.

Viele Menschen machen Praktika, um herauszufinden, welchen Beruf sie gerne machen möchten. Oder um herauszufinden, ob sie für den Beruf geeignet sind. Mehrere Praktika zu machen, ist normal. Manchmal bekommt man für ein Praktikum Geld. Das hängt von der Art des Praktikums ab. Und von dem Unternehmen.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Praktika. Manchmal muss man zum Beispiel schon während der Schule ein Praktikum zur Berufsvorbereitung (Schulpraktikum) machen. Außerdem gibt es bei vielen Berufsausbildungen oder während des Studiums sogenannte Pflichtpraktika. Das heißt, man muss ein Praktikum oder mehrere Praktika machen, weil es Teil der Ausbildung oder des Studiums ist.

Man kann auch freiwillige ausbildungsbegleitende Praktika machen. Das heißt, dass das Praktikum nicht verpflichtend ist. Man kann es während der Ausbildung oder dem Studium machen. Oder nachdem man seinen Abschluss schon hat.

Viele Flüchtlinge machen in Deutschland ein Praktikum zur Berufsorientierung. Zum Beispiel, wenn ihr Bildungsabschluss in Deutschland (noch) nicht anerkannt wurde und deshalb ein Praktikum zum Einstieg in eine (erneute) Berufsausbildung führen soll. Oder wenn sie einen neuen Beruf lernen möchten.

Immer wieder werden Menschen nach einem Praktikum in den Betrieb übernommen. Das heißt, sie bekommen nach dem Praktikum einen richtigen Job im gleichen Unternehmen. Oder einen Ausbildungsplatz. Ein Praktikum kann also ein echter Türöffner sein.

Darf jeder Flüchtling in Deutschland ein Praktikum machen?

Ähnlich wie bei einer Berufausbildung oder einer Arbeit ist der Zugang zu Praktika abhängig vom Aufenthaltsstatus. Es kommt aber auch auf auf die Art des Praktikums an. Ein Schulpraktikum kann zum Beispiel jeder ohne Einschränkungen machen.

Ansonsten gilt:

  • Geflüchtete mit Aufenthaltsgestattung können erst nach drei Monaten ein Praktikum machen. Sie dürfen zudem nicht mehr in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Nach diesen drei Monaten müssen sie für Pflichtpraktika, Praktika zur Berufsorientierung oder freiwillige Praktika die Erlaubnis der Ausländerbehörde einholen. Geht ein Praktikum zur Berufsorientierung oder ein freiwilliges ausbildungsbegleitendes Praktikum länger als 3 Monate, muss zusätzlich die Bundesagentur für Arbeit zustimmen.
  • Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich ohne Einschränkung jede Art von Praktikum machen.
  • Flüchtlinge mit einer Duldung können grundsätzlich sofort ein Praktikum machen. Allerdings muss bei einem Pflichtpraktikum, einem Praktikum zur Berufsorientierung oder einem freiwilligen ausbildungsbegleitenden Praktikum die Erlaubnis der Ausländerbehörde eingeholt werden. Dauert das Praktikum zur Berufsorientierung oder das freiwillige Praktikum länger als drei Monate, ist zusätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nötig. Für diese längeren Praktika gilt auch für Geduldete eine Wartefrist von drei Monaten.
  • Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsstaaten dürfen gar kein Praktikum machen, wenn sie ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben und dieser abgelehnt wurde. Für diese Gruppe Flüchtlinge gilt ein sogenanntes Arbeitsverbot. 2016 galten die Staaten Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo, Ghana und Senegal als sichere Herkunftsstaaten. Wurde der Antrag davor gestellt, ist ein Praktikum möglich.

Wie findest du einen Praktikumsplatz?

Unterstützung durch den deutschen Staat

Der deutsche Staat unterstützt Menschen, die auf der Suche nach Arbeit oder nach einem Praktikum sind, auch Flüchtlinge. Das wird auch Arbeitsförderung genannt.

Für manche Flüchtlinge ist das Jobcenter zuständig. Und für manche Flüchtlinge die Agentur für Arbeit. Wer zuständig ist, hängt vom Aufenthaltsstatus des Flüchtlings ab. Wenn man eine Aufenthaltserlaubnis hat, kümmert sich das Jobcenter um die Arbeitsförderung. Wenn man eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung hat, ist die Agentur für Arbeit zuständig. Sie wird auch als Arbeitsagentur bezeichnet. Die Mitarbeiter von Jobcenter und Arbeitsagentur können dir helfen, ein Praktikum zu finden. Du kannst aber auch die Online-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit nutzen.

Unterstützung durch Organisationen der Flüchtlingshilfe

In Deutschland gibt es viele verschiedene Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen. Einige dieser Organisationen helfen Flüchtlingen dabei, einen Praktikumsplatz zu finden. Hier findest du Organisationen, die dir dabei helfen können.

Online-Portale

Es gibt auch ein Online-Portal für Flüchtlinge, die ein Praktikum machen wollen: JOIN. Du kannst dich dort registrieren. Die Mitarbeiter helfen dir, ein passendes Praktikum zu finden.

 

التدريب المهني – البراكتيكوم

عند ممارسة البراكتيكوم يعمل المتدرب لمدة مؤقتة في شركة. خلال هذه المدة يتعلم المهنة والمعارف الخاصة بالشركة. وسوف يتمكن من الحصول على الخبرة. في الغالب يستمر البراكتيكوم لمدة تتراوح بين ٣ والـ ٦ أشهر. عندما يزاول الشخص البراكتيكوم فإنه يُدعى حينها بـ المتدرب أو البراكتيكان باللغة الألمانية.

الكثير من الناس يقومون بعمل البراكتيكوم من أجل اكتشاف المهنة التي يرغبون بمزاولتها. أو لمعرفة إن كانوا ملائمين لهذه المهنة أم لا. إن القيام بأكثر من براكتيكوم واحد هو أمر طبيعي. في بعض الأحيان يتلقى المتدرب بعض المال أثناء مزاولة البراكتيكوم. هذا يتعلق بنوع البراكتيكوم والشركة التي يعمل فيها المتدرب.

في ألمانيا يوجد العديد أنواع البراكتيكوم. في بعض الأحيان يتوجب على الشخص أثناء المدرسة القيام بعمل براكتيكوم مدرسي أي تدريب تحضيري مهني. بالإضافة لذلك يوجد خلال الكثير من فروع التعليم المهني – الأوسبيلدونغ مايسمى بالتدريب الإجباري. هذا يعني، أنه يتوجب على الشخص القيام بتدريب مهني واحد أو حتى أكثر. وذلك لأن هذا التدريب قد يكون جزء من التعليم المهني أو من الدراسة.

يمكن للشخص القيام بعمل تدريب مهني طوعي ملحق. يعني هذا أن  البراكتيكوم ليس إجباري في هذه الحالة. يمكن للشخص القيام به أثناء التعليم المهني – الأوسبيلدونغ أو حتى أثناء الدراسة الجامعية. أو بعد أن يتخرج الشخص المقبل على التدريب.

العديد من اللاجئين يقومون بعمل تدريب مهني – براكتيكوم من أجل التوجه المهني. على سبيل المثال، عندما تكون الشهادة غير معترف بها أو إلى اللحظة غير معترف بها في ألمانيا، ولأجل هذا يجب القيام بعمل براكتيكوم لممارسة التعليم المهني، أو عندما تريدون تعلم مهنة جديدة.

دائماً ما يتم تعيين الأشخاص في الشركات بعد الانتهاء من عمل براكتيكوم. هذا يعني الحصول على فرصة عمل حقيقية في نفس الشركة التي يتم فيها عمل البراكتيكوم. أو الحصول على مقعد في التعليم المهني. حيث أن البراكتيكوم يعتبر مفتاحاً حقيقياً للحصول على العديد من الفرص المختلفة.

هل يستطيع كل لاجىء القيام بعمل براكتيكوم في ألمانيا؟

الأمر شبيه لحالة التعليم المهني أو العمل، حيث المدخل للتدريب المهني متعلق بحالة الإقامة. ولكن الأمر يتعلق أيضاً بنوع البراكتيكوم. على سبيل المثال البراكتيكوم المدرسي يمكن للجميع القيام به بدون أي معوقات.

وما عدا ذلك يُعتبر:

اللاجئين الحاصلين على إذن إقامة مؤقت يمكنهم بعد ثلاث شهور القيام بعمل براكتيكوم. بالإضافة لذلك لا يمكنهم العيش في مراكز الإيواء الأولية. بعد الأشهر الثلاثة هذه يمكنهم عمل البراكتيكوم الإجباري، البراكتيكوم ذو التوجه المهني، أو البراكتيكوم الاختياري بعد الحصول على إذن سلطة الأجانب. في حالة البراكتيكوم المهني التوجه أو البراكتيكوم الاختياري المرافق للتعليم المهني، فإنه وفي حالة كونهما أطول من ٣ أشهر فإنه يجب الحصول على موافقة المكتب الاتحادي للعمل في هذه الحالة.

– اللاجئون الحاصلين على موافقة الإقامة يمكنهم بدون أي معوقات عمل أي نوع من أنواع التدريب المهني.

– اللاجئين الحاصلين على الدولدونغ يمكنهم مباشرة القيام بالتدريب المهني. ولكن للقيام بـ التدريب المهني الإجباري أو التدريب مهني التوجه أو التدريب المهني الإختياري المصاحب للتعليم المهني، يجب الحصول على موافقة مكتب سلطة الأجانب. في حالة كانت مدة التدريب المهني الإختياري أو التدريب المهني أكثر من ثلاثة أشهر، فإضافة لذلك تكون موافقة مكتب الاتحادي للعمل ضرورية. بالنسبة للحاصلين على الدولدونغ تعتبر هذه التدريبات المهنية الطويلة كفترة انتظار لثلاثة أشهر.

– طالبو اللجوء والحاصلون على الدولدونغ القادمون من بلد آمن لا يسمح لهم أبداً القيام بالتدريب المهني إذا كانوا قد قدموا طلب اللجوء بعد ٣١ آب/أغسطس وقد تم رفض طلبهم. فيعد ذلك بالنسبة لهذه المجموعة من اللاجئين ضمن حظر العمل. في عام ٢٠١٦ تم اعتبار البلدان التالية:  البوسنة والهرسك، مقدونيا، صربيا، مونتينيغرو، ألبانيا، كوسوفو، غانا، والسنغال بلدان آمنة. فعندما يكون الطلب قد تم تقديمه قبل ذلك يكون التدريب المهني ممكن.

كيف يمكن إيجاد تدريب مهني؟

الدعم من خلال الدولة الألمانية

الدولة الألمانية تدعم الأشخاص الذين يبحثون عن عمل أو فرصة تدريب، وهذا أيضاً بالنسبة للاجئين. يدعى هذا بدعم العمل.

في حالة بعض اللاجئين، يعتبر الجوب سنتر هو المسؤول عن ذلك. وبالنسبة لبعضهم الآخر يعتبر المكتب الاتحادي للعمل هو المسؤول. من هو المسؤول، هذا يتعلق بنوع إقامة اللاجئ.فعندما يملك الشخص إذن إقامة، يهتم الجوب سنتر بموضوع دعم العمل. وعندما يكون لديه إذن إقامة مؤقت أو الدولدونغ يكون المكتب الاتحادي للعمل هو المسؤول عن ذلك. سيقوم الموظف الخاص بالجوب سنتر أو المكتب الاتحادي بمساعدتك في إيجاد فرصة تدريب. ويمكنك أيضاً استخدام قاعدة البيانات الخاصة بالمكتب الاتحادي للعمل على الإنترنت Online-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit .

الدعم المقدم خلال منظمات مساعدة اللاجئين

في ألمانيا يوجد منظمات مختلفة تقدم الدعم للاجئين. بعض من هذه المنظمات يساعد اللاجئين في إيجاد فرصة تدريب مهني. هنا يمكنك إيجاد هذه المنظمات التي تقدم المساعدة في ذلك.

بوابات إلكترونية

يوجد أيضاً بعض المواقع الإلكترونية للاجئين الذين يريدون القيام بالتدريب المهني: JOIN. يمكنك هنا التسجيل. سيقوم الموظف بمساعدتك في ايجاد فرصة تدريب مناسبة.

ترجمة: عمر الصباغ

 

 


 


 

 

Berufsausbildung

التعليم المهني – الأوسبيلدونغ

أثناء التعليم المهني يتعلم الطالب ما يجب عليه الإلمام به من أجل العمل في مهنة محددة. إن التعليم المهني يصنف كغيره، كنوع من أنواع التعليم والتأهيل. في ألمانيا يوجد تقريبا ٣٥٠ فرع مختلف من التعليم المهني.

في ألمانيا تعتبر المؤهلات المهنية هامة جدا، واللاجئين يمكنهم القيام بعمل تدريب مهني في ألمانيا. سنقوم هنا بتوضيح ماهو مهم للاجئين بخصوص موضوع التعليم المهني.

كيف تتم الدراسة في التعليم المهني؟

التعليم المهني يستمر لمدة بين السنتين والثلاث سنوات ونصف. في هذه الأثناء يعمل الطالب في شركة ويذهب في الوقت نفسه إلى المدرسة المهنية. في الغالب يذهب الطالب يوم أو يومين في الأسبوع إلى المدرسة. يتعلم الطالب في الشركة ما يجب عليه معرفته لمزاولة مهنته. ما يجب عليه الإلمام به. وبما أن التعليم المهني يتألف من هذين القسمين، يتم الإشارة له في ألمانيا على أنه تعليم مزدوج.

يوجد بعض فروع التعليم المهني يتم الدراسة فيها في المدرسة فقط. وبالأخص في المجالات الصحية والدراسات الإجتماعية ..إلخ. التعليم المهني المدرسي يستمر لمدة تتراوح بين السنة والثلاث سنوات. وأغلب الوقت يقضيه الطلاب في المدرسة. ولكن يقوم الطالب بعمل تدريبات مهنية مختلفة.

في أثناء التعليم المزدوج يتلقى الطالب مبلغ شهري يتراوح بين ٢٠٠ و ٧٥٠ يورو. وكم يتلقى الطالب، هذا يختلف من مهنة لأخرى. في السنة الثانية والثالثة من الدراسة المهنية يتلقى الطالب مبلغ أكبر من ذي قبل. أما من خلال التعليم المدرسي لا يتلقى الطالب أي مال. وحتى يتوجب على الطالب دفع بعض المال لبعض المدارس الخاصة.

في نهاية التعليم المهني يتوجب على الطالب عمل امتحان. وعندما ينجح الطالب في الامتحان، يتلقى الطالب شهادة. حيث أن الشهادة تثبت أنه درس الأقسام النظرية والعملية الهامة والخاصة بفرع التعليم المهني. إن هذا يتم اعتباره كعامل في اتخاذ القرار لدى الكثير من أرباب العمل عندما يقومون بتعيين أحد الأشخاص.

متى يسمح للاجئ مزاولة التعليم المهني؟

    • اللاجئ الحاصل على تصريح إقامة يسمح له أساسا بلا تقويض ممارسة التعليم المدرسي أو المزدوج.
    • طالب اللجوء والأشخاص الحاصلين على الدولدونغ  يسمح لهم أساسا مزاولة التعليم المدرسي مباشرة بعد حصولهم على إذن دائرة الأجانب. ويسمح لهم أيضا القيام بالتعليم المزدوج عندما توافق دائرة الأجانب على ذلك. الحاصلون على الدولدونغ يسمح لهم مباشرة بالبدء. أما طالبي اللجوء بعد الإقامة لمدة ثلاث أشهر في ألمانيا. عندما يكون طالبو اللجوء أو الحاصلون على الدولدونغ قد أمضوا أكثر من ٤٨ شهر في ألمانيا، عندها يستطيعون القيام بعمل تدريب مهني بدون الحصول على موافقة من دائرة الأجانب الأوسلاندر.

لا يوجد في هذا الأمر أي شروط من الناحية العمرية، وهذا يعني أن عمر المتقدم ليس مشكلة.

إنتباه: طالبو اللجوء المنحدرين من البلدان الآمنة والذين تقدموا بطلبات اللجوء من بعد ٣١ آب / أغسطس ٢٠١٥ لا يسمح لهم بعمل التدريب المهني.

وأيضا حاملي الدولدونغ القادمون من البلدان الآمنة والذين تقدموا بطلبات اللجوء من بعد ٣١ آب / أغسطس ٢٠١٥ لا يسمح لهم بعمل التدريب المهني.

في عام ٢٠١٦ تم اعتبار البوسنة والهرسك، مقدونيا، صربيا، مونتينيغرو، ألبانيا، كوسوفو، غانا، والسنغال بلدان آمنة من قبل الاتحاد الأوروبي.

هل القيام بالتعليم المهني هو أمر جدير بالاهتمام؟

في ألمانيا يتم طلب خريجي التعليم المهني على وجه السرعة. هذا يعني أن المتخرج الحاصل على شهادة تعليم مهني لديه فرص أفضل في سوق العمل. بدون التعليم المهني يستطيع المرء العمل كمساعد فقط في ألمانيا. هذا يعني أنه لا يسمح له القيام بجميع المهام إلا الأعمال البسيطة أو السهلة. وهذا يعني الحصول على دخل أقل مقارنة مع متخرج التعليم المهني.

إن التعليم المهني يمكن اعتباره فرصة مستقبلية حقيقية لحاملي الدولدونغ. حيث سيحصل الطالب في هذه الحالة على إقامة دولدونغ تغطي فترة الدراسة المهنية. عندما يتم توظيف الطالب في الشركة بعد الانتهاء من التعليم المهني، أو بالأحرى عندما يصبح بإمكانه متابعة العمل في الشركة بعد التخرج، يحصل على تصريح إقامة لمدة سنتين. عندما لايستطيع الطالب إكمال العمل في الشركة التي تعلم فيها، يحصل على مهلة ستة أشهر لإيجاد فرصة عمل أخرى.

كيف يمكن للشخص إيجاد فرصة تعليم مهني؟

في ألمانيا يحق للناس الذين يبحثون عن فرصة عمل أو عن مقعد تعليم مهني الحصول على مساعدة من الدولة. ومن أجل هذا يعتبر Bundesagentur für Arbeit – المكتب الاتحادي للعمل هو المسؤول عن ذلك. الجوب سنتر الخاص بالمكتب الاتحادي للعمل يقدم لك مشورة مجانية في موضوع التعليم والمهنة.

بجانب مساعدة الدولة يوجد العديد من المراكز الاستشارية في ألمانيا، التي يمكنها تقديم المساعدة أو الدعم. فهي تساعدك في الحصول على فرصة تعليم مناسبة لك. هنا يمكنك إيجاد المساعدة.

ترجمة: عمر الصباغ

Arbeiten in Deutschland

Dürfen Flüchtlinge in Deutschland arbeiten?

Ob Flüchtlinge in Deutschland arbeiten dürfen, hängt von ihrem Aufenthaltsstatus ab. Und davon, wie lange sie schon in Deutschland sind. Asylbewerber dürfen in den ersten drei Monaten in Deutschland gar nicht arbeiten. Er hat also keinen Arbeitsmarktzugang. Flüchtlinge dürfen auch nicht arbeiten, wenn sie noch in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen.

Grundsätzlich gilt:

  • Geflüchtete mit Aufenthaltserlaubnis dürfen ohne Einschränkungen arbeiten.
  • Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und Menschen mit Duldung können grundsätzlich nach drei Monaten arbeiten, wenn sie nicht mehr in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Sie müssen dazu allerdings eine Genehmigung der Ausländerbehörde einholen, wenn sie ein Arbeitsplatzangebot haben. Das kann sehr lange dauern und man muss viele Formulare ausfüllen. Nach vier Jahren fällt diese Einschränkung weg und sie können ohne die Genehmigung der Ausländerbehörde arbeiten. Die Ausländerbehörde kann allerdings unter bestimmten Umständen ein generelles Arbeitsverbot für Geduldete aussprechen.
  • Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsstaaten dürfen gar nicht arbeiten, wenn sie ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben und dieser abgelehnt wurde. Für diese Gruppe Flüchtlinge gilt ein sogenanntes Arbeitsverbot. 2016 galten die Staaten Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo, Ghana und Senegal als sichere Herkunftsstaaten.

 

Statt direkt zu arbeiten, kann man auch zuerst eine Berufsausbildung machen. Vor allem für geduldete Menschen kann dies vorteilhaft sein. Zum einen bestehen hier erleichterte Zugänge. Zum anderen bekommt man eine Duldung für die gesamte Dauer der Ausbildung.

Wie findest du eine Arbeit?

Unterstützung durch den deutschen Staat

Der deutsche Staat unterstützt Menschen, die auf der Suche nach einer Arbeit sind, auch Flüchtlinge. Das wird auch Arbeitsförderung genannt.

Für manche Flüchtlinge ist das Jobcenter zuständig. Und für manche Flüchtlinge die Agentur für Arbeit. Welche Behörde zuständig ist, hängt vom Aufenthaltsstatus des Flüchtlings ab. Wenn man eine Aufenthaltserlaubnis hat, kümmert sich das Jobcenter um die Arbeitsförderung. Wenn man eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung hat, ist die Agentur für Arbeit zuständig. Sie wird auch als Arbeitsagentur bezeichnet. Die Mitarbeiter von Jobcenter und Arbeitsagentur können dir helfen, einen Job oder eine Ausbildung zu finden. Du kannst aber auch die Online-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit nutzen.

Unterstützung durch Organisationen der Flüchtlingshilfe

In Deutschland gibt es viele verschiedene Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen. Einige dieser Organisationen helfen Flüchtlingen dabei, einen Job zu finden. Hier findest du Organisationen, die dir bei der Jobsuche helfen können.


Job-Portale für Flüchtlinge

Es gibt auch einige Online-Portale, die extra für Flüchtlinge sind. Dort werden Jobs angeboten. Oft kann man sich auch registrieren und sich ein Profil erstellen. So können Arbeitgeber passende Mitarbeiter finden.

Workeer Career4refugees
Migrant Hire HIRE.social
Welcome2Work mygreatjobs
Jobs4refugees work for refugees (nur Berlin)
Jobs für Flüchtlinge

Was solltest du sonst noch wissen?

Wenn du etwas über deine Rechte als Arbeitnehmer in Deutschland erfahren willst, lies die Broschüre “Wissen ist Schutz! Was Geflüchtete wissen sollten, um in Deutschland erfolgreich zu arbeiten.” vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der DGB unterstützt Arbeitnehmer in Deutschland gegenüber der Politik.

Autorin: Julia Rettig

Integrationskurs

Ein Integrationskurs ist eine Kombination aus Sprach- und Orientierungskurs. Er soll bei der Integration in Deutschland helfen. Der Sprachkurs dauert meistens 600 Stunden. Am Ende macht man eine B1-Prüfung. Im Sprachkurs geht es um Themen wie Arbeit und Beruf, Einkaufen, Behördenbesuche, E-mails oder Briefe schreiben. Im Orientierungskurs lernt man viel über die Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Politik in Deutschland. Der Orientierungskurs dauert 60 Stunden und endet auch mit einer Prüfung. Wenn beide Prüfungen bestanden sind, erhält man ein Zeugnis.

Der Besuch eines Integrationskurses ist für viele Flüchtlinge Pflicht. Der erfolgreiche Abschluss des Integrationskurses ist außerdem sehr wichtig für weitere Sprachkurse oder eine spätere Einbürgerung.

Der Integrationskurs beginnt normalerweise mit Modul A1. Das bedeutet, dass man noch kein Deutsch können muss. Vor Beginn des Kurses gibt es einen kleinen Test. So sieht der Lehrer, ob jemand schon ein bisschen Deutsch kann. Diese Person kann dann ein oder mehrere Module überspringen.

Es gibt Vollzeit- und Teilzeitkurse. Meistens wird der Integrationskurs in Vollzeit besucht. Das bedeutet, dass man von Montag bis Freitag jeden Tag mehrere Stunden Unterricht hat. Manche Kurse finden am Vormittag, andere am Nachmittag oder am frühen Abend statt.

Neben dem allgemeinen Integrationskurs gibt es sogenannte spezielle Integrationskurse. Spezielle Integrationskurse gibt es für Frauen, Eltern oder junge Erwachsene bis 27 Jahre. Es gibt auch Alphabetisierungskurse: die sind für Personen, die nicht oder nicht gut lesen oder schreiben können.

Wer darf / muss einen Integrationskurs machen?

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis als Asylberechtigter, anerkannter Flüchtling oder Subsidiärschutzberechtigter sind verpflichtet einen Integrationskurs zu besuchen. Die Ausländerbehörde und auch das Jobcenter verlangen von diesen Flüchtlingen, dass sie einen Integrationskurs machen. Das gilt allerdings nicht für Flüchtlinge, die bereits sehr gut Deutsch sprechen.
Flüchtlinge mit Duldung, frühere Geduldete oder Flüchtlinge, die über eine Verpflichtungserklärung nach Deutschland gekommen sind, dürfen einen Integrationskurs besuchen, wenn es noch freie Plätze gibt. Dazu müssen sie einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen.
Flüchtlinge, die noch im Asylverfahren sind und eine gute Bleibeperspektive haben, dürfen einen Integrationskurs machen. Dazu müssen sie einen Antrag beim BAMF stellen.

Was brauchst du für die Anmeldung zu einem Integrationskurs?

Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge und Subsidiärschutzberechtigte bekommen zusammen mit ihrer Aufenthaltserlaubnis von der Ausländerbehörde einen sogenannten Berechtigungsschein. Dieser Berechtigungsschein erlaubt ihnen an einem Integrationskurs teilzunehmen. Wenn du einen Berechtigungsschein hast, kannst du dich direkt bei einer Schule für einen Integrationskurs anmelden.
Flüchtlinge mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung oder einer besonderen Aufenthaltserlaubnis müssen zuerst einen Antrag beim BAMF stellen. In der Regel helfen die Schulen dabei diesen Antrag zu stellen. Du kannst also direkt zu einer Schule gehen, die den Antrag zusammen mit dir ausfüllt. Dann musst du warten bis das BAMF entscheidet, ob du einen Integrationskurs besuchen darfst oder nicht.

Wie findest du einen Integrationskurs?

Unterstützung durch den deutschen Staat

Die Ausländerbehörde und das Jobcenter haben eine Liste mit allen Schulen in deiner Stadt, die Integrationskurse machen. Beim Jobcenter erhältst du auch eine Beratung zu diesem Thema. Du kannst deinen Sachbearbeiter nach dieser Liste oder einer Empfehlung fragen.

Unterstützung durch Organisationen der Flüchtlingshilfe

In Deutschland gibt es viele verschiedene Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen. Einige davon helfen Flüchtlingen dabei, einen Integrationskurs zu finden. Für Berlin findest du diese Organisationen hier. Du kannst auf clarat.org auch nach Angeboten in deiner Stadt suchen. Außerdem gibt es auch Organisationen, die dich während des Integrationskurses unterstützen. Zum Beispiel wenn du Probleme hast, eine Betreuung für dein Kind zu finden. Oder wenn du andere Probleme hast. Beratungen in Berlin zu diesen Themen findest du hier. Du kannst auch nach Beratungen in deiner Stadt auf clarat.org suchen.

Online-Portale

Hier kannst du online nach einem Integrationskurs in deiner Nähe suchen.

Was kostet ein Integrationskurs?

Das BAMF bezahlt den Integrationskurs fast vollständig. Flüchtlinge zahlen lediglich einen kleinen Beitrag. Flüchtlinge, die Arbeitslosengeld oder Asylbewerberleistungen bekommen, müssen gar nichts bezahlen. Dazu müssen sie einen Antrag beim BAMF stellen. Die Schule hilft dir dabei diesen Antrag auszufüllen.

Was kannst du tun, wenn du keinen Integrationskurs besuchen darfst?
Neben den offiziellen Integrationskursen gibt es viele kostenlose Deutschkurse oder Sprachtreffs, zu denen du ohne Berechtigungsschein oder Erlaubnis hingehen kannst. Dort gibt es allerdings keine offiziellen Prüfungen und du erhältst meist kein Zertifikat. Hier findest du Deutschkurse und Sprachtreffs.

 

Autorin: Sabine Rossmann

Schrei-Baby

Es ist normal und natürlich, dass Babys schreien. Sie haben noch nicht so viele Möglichkeiten, sich zu äußern und das Schreien ist eine Form, sich auszudrücken. Auf diese Weise kommunizieren sie mit ihrer Umwelt. Das Baby kann damit Unterschiedliches meinen: ich habe Hunger, mir ist kalt, ich bin müde, ich brauche Nähe oder vieles mehr. Diese Signale, die erstmal nur nach einem Schreien und Weinen klingen können, muss man lernen zu deuten. Denn hinter dem Schreien steckt immer ein Gefühl der Unzufriedenheit. Wenn ihr Bedürfnis gestillt ist, hören die meisten Babys auf zu schreien.

Es gibt aber auch Babys, die nicht aufhören zu schreien und permanent unzufrieden sind und weinen. Diese Babys werden Schrei-Babys genannt. Dabei gilt: wenn ein Baby länger als 3 Stunden an 3 Tagen in der Woche über einen Zeitraum von 3 Wochen schreit, ist von einem Schrei-Baby die Rede. Diese Säuglinge lassen sich sehr schwer beruhigen und ablenken.

Lange Zeit ging man davon aus, dass sie an Bauchschmerzen und Blähungen leiden und deshalb weinen. Inzwischen weiß die Forschung aber, dass Schrei-Babys es nicht schaffen, sich selbst zu regulieren. Das heißt, sie sind überfordert von den äußeren Eindrücken und Reizen, die sie verarbeiten müssen. Es fällt ihnen schwer, einen Rhythmus zwischen Wachen und Schlafen zu finden. Häufig finden sie nur sehr schwer in den Schlaf und wenn sie schlafen, ist dieser meist unruhig und kurz. Die meisten Schrei-Babys sind also unausgeschlafen und übermüdet. Das führt dazu, dass sie ihr Alltag nur noch mehr überfordert. Auch die Eltern sind mit der Situation des ständigen Schreiens überlastet. Der seelische Stress des Vaters, die Erschöpfung der Mutter, die Hilflosigkeit und Überforderung – all das sind Beispiele für Gemütszustände, die sich auf das Kind übertragen können. Selbst Säuglinge können Gefühle und emotionale Schwingungen schon wahr- und annehmen.

Bei Schrei-Babys ist es immer ratsam, die Meinung von Ärzten oder einer Hebamme einzuholen, um körperliche Ursachen für das viele Weinen auszuschließen. Manchmal kann auch eine Blockade (hier empfiehlt es sich, einen Osteopathen aufzusuchen) oder eine Krankheit hinter den Schreiphasen stecken.

Mütter und Väter von Schrei-Babys sollten darauf achten, die Umgebung der Kinder möglichst reizarm zu halten. Außerdem sollten sie einen festen Rhythmus einzuführen, der ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt. Eltern sollten sich in dieser anstrengenden Zeit Hilfe holen. Es gibt Schreiambulanzen, die Familien mit einem Schreibaby unterstützen.

In den meisten Fällen enden die Phasen des vielen Schreiens nach 2 bis 4 Monaten. Es kann aber auch bis zum 6. Monat dauern. Sollten die Schrei- und Weinphasen bis dahin immer noch nicht nachlassen, sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Hierbei sollte untersucht werden, ob das Schreien nicht doch noch andere Ursachen haben kann.

Wenn du ein Schrei-Baby hast oder jemand mit einem Schrei-Baby kennst und Unterstützung brauchst, findest du Hilfe auf clarat.org.

 

Alleinerziehend

Alleinerziehende Eltern leben mit (mindestens) einem minderjährigen Kind und ohne Partner oder Partnerin in einem Haushalt zusammen. Sie sorgen ohne Unterstützung eines anderen Erwachsenen für ein oder mehrere Kinder unter 18 Jahren. In den meisten Fällen hat die alleinerziehende Mutter oder der alleinerziehende Vater das alleinige Sorgerecht für das minderjährige Kind. Das heißt, sie sind allein verantwortlich für das Wohl des Kindes. Kindsvater oder -mutter, die das Sorgerecht nicht innehaben, sind aber zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Dieses Familienmodell wird auch Ein-Eltern-Familie genannt.

Alleinerziehend

Die Zahl der Alleinerziehenden ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Laut Familienwegweiser besteht bereits jede 5. Familie in Deutschland aus einem alleinerziehenden Elternteil.

Eltern können alleinerziehend werden nach einer Trennung, einer Scheidung oder auch nach einem Todesfall. Sind die Alleinerziehenden nicht verwitwet, sondern nur vom Kindsvater oder der Kindsmutter getrennt, so gibt es meistens ein Besuchsrecht oder ein Umgangsrecht. Dies tritt nur dann in Kraft, wenn keine Gefahr seitens der nicht sorgeberechtigten Eltern ausgeht und ernstes Interesse besteht, den Kontakt zum Kind zu pflegen.

Oftmals leiden alleinerziehende Mütter oder Väter unter einer Doppelbelastung. Die Vereinbarung eines erfüllten Arbeitslebens mit einem ebenso erfüllten Familienleben stellt eine große Herausforderung dar. Bei Alleinerziehenden treten sowohl psychische als auch körperliche Erkrankungen häufiger auf als bei Eltern, die in einer Partnerschaft leben. Im Vergleich mit Haushalten von Ehepaaren oder Partnerschaften mit Kindern sind alleinerziehende Haushalte oft von einer schlechteren ökonomischen Situation gekennzeichnet. Um die finanzielle Absicherung zu garantieren und Alleinerziehende zu entlasten, gibt es aber staatliche Unterstützung. Hier sind zum Beispiel das Kindergeld und das Elterngeld zu nennen, aber auch steuerliche Entlastungen oder Sozialleistungen für Alleinerziehende.

Bist du alleinerziehend und suchst du Informationen, Rat oder Unterstützung? Hier findest du Hilfe.

 

Suchtberatung für Kinder und Jugendliche

Fast 70 Prozent der 12-17-jährigen in Deutschland haben schon einmal Alkohol getrunken. Und etwa jeder zehnte Jugendliche hat schon einmal Cannabis geraucht. Unter den jungen Erwachsenen haben circa 4 Prozent schon einmal Ecstasy, Amphetamin oder psychoaktive Pflanzen konsumiert. Und weniger als 1 Prozent haben Erfahrungen mit Crystal Meth, Crack oder Heroin gemacht. Dies ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA hat dafür über 7.000 junge Menschen befragt. Die komplette Studie findest du hier.

Wenn Jugendliche Drogen nehmen, heißt das noch lange nicht, dass sie sofort abhängig werden. Denn eine Abhängigkeit entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Viele Jugendliche konsumieren nur gelegentlich. Und häufig aus Neugierde. Doch manche Jugendliche bleiben nicht beim Ausprobieren.
Woran erkenne ich, dass mein Kind abhängig ist?

 

Ganz eindeutige Signale gibt es leider nicht. Folgendes kann aber ein Hinweis auf problematischen Drogen- oder Alkoholkonsum sein:
Lassen die schulischen Leistungen nach oder schwänzt dein Kind häufig die Schule?
Hat dein Kind Konzentrationsprobleme oder keinen Appetit mehr?
Ist es häufig gelangweilt, niedergeschlagen, passiv oder antriebslos?
Trifft es sich nicht mehr mit seinen vorherigen Freunden?
Fragt dein Kind häufig nach Geld?

 Was kann ich tun, wenn mein Kind Drogen nimmt?

Wenn das eigene Kind Drogen nimmt, fühlen sich viele Eltern häufig ratlos. Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie du deinem Kind helfen kannst:

Informiere dich. Eine gute Übersicht über die Wirkung verschiedener Drogen bietet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. .

Hol‘ dir Unterstützung. Viele Familien meiden das Thema Drogen. Weil sie es nicht wahrhaben wollen oder sich schämen. Oder einfach nicht wissen, mit wem sie darüber sprechen können. Es gibt jedoch viele Beratungsstellen, die dir weiterhelfen können. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann in dieser Situation ebenfalls sehr hilfreich sein. Diese Beratungsstellen und Hilfsangebote zu vielen weiteren Themen findest du auf www.clarat.org .

Wie läuft eine Suchtberatung ab?

Bei einer Suchtberatung kannst du über deine Befürchtungen, Sorgen und Probleme sprechen. Ein Berater hört dir zu und versucht gemeinsam mit dir Lösungen zu erarbeiten. Die Berater sind speziell ausgebildet. Haben viel Erfahrung. Und kennen sich gut mit dem Thema aus. Meist sind die Gespräche streng vertraulich und kostenlos. Wenn möglich kannst du deine Tochter oder deinen Sohn mitbringen. Oder alleine hingehen. In der Beratung bekommst du auch Informationen über weiterführende Angebote.

Autorin: Andrea Kaczmarek