Hier entsteht etwas Neues

In wenigen Wochen präsentiert sich der clarat Blog in neuem Design und mit neuen Themen. Wir wollen die Flüchtlingshilfe und die Kinder- und Jugendhilfe noch transparenter machen.  Schon jetzt beginnen wir hier mit dem A-Z des sozialen Sektors. Nach und nach füllt sich dieses A-Z wie ein Lexikon mit Begriffen aus der Welt der Probleme und Hilfen in Deutschland. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn du ein Problem hast und mehr darüber erfahren möchtest. Oder, wenn du die Hilfen, die es in Deutschland gibt, besser verstehen möchtest.

Wir glauben, dass jeder Mensch mal Probleme hat. Und, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Mit clarat.org wollen wir dich auf dem Weg dorthin begleiten.

Interview mit einer Sozialarbeiterin

Jeder, der einen Sozialpädagogen oder einen Sozialarbeiter im Bekanntenkreis hat, weiß, dass die Mitarbeiter des Sozialen Sektors Geschichten zu erzählen haben. Es sind Geschichten von Menschen, die wir kaum auf unserem Radar haben, obwohl wir in der gleichen Stadt wohnen. Viele von ihnen gingen nicht mit uns zur Uni und sitzen auch am Wochenende nicht in der gleichen Bar wie wir. Eine der wenigen Verbindungen zu diesen Menschen scheinen diejenigenzu sein, die im Sozialen Sektor arbeiten. Ich stelle mir die Frage, wie es eigentlich ist, das aktive Helfen von Menschen zu seinem Beruf zu machen.

Deshalb habe ich mich mit Julia unterhalten. Sie ist seit Oktober 2016 Researcherin im Team von clarat.org und hat vorher als Sozialarbeiterin in zwei unterschiedlichen Betreuten Wohnformen der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet.

Julia, warum bist du eigentlich Sozialarbeiterin geworden?

Mein Wunsch war es mit Menschen zusammenzuarbeiten. Außerdem wollte ich einen abwechslungsreichen Job. Das Arbeitsfeld eines Sozialarbeiters ist breit gefächert. Das bedeutet, ein Sozialarbeiter kann zum Beispiel in Schulen, in Beratungsstellen, im Betreuten Wohnen, in Krankenhäusern und so weiter arbeiten. Mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Zudem bin ich ein Mensch, der gern beobachtet und sehr empathisch ist. Ich kann mich gut in andere hineinversetzen und auf verschiedene Menschen einstellen. Dieses Potenzial wollte ich auch entfalten.

In welchem Bereich hast du gearbeitet?

Ich habe im Betreuten Mädchenwohnen gearbeitet. Die Mädchen waren zwischen 15 und 18 und haben mit 1 oder 2 anderen Mädchen in einer Wohngemeinschaft gelebt. Alle Wohnungen waren in einem Haus. Unser Büro war die zentrale Anlaufstelle für die Mädchen. Wenn die Mädchen eine gewisse Selbstständigkeit erreicht haben, sind sie ins Betreute Einzelwohnen umgezogen. In der Regel haben die Mädchen die Wohnung nach erfolgreicher Beendigung der Hilfe übernommen.

Nach einem Auslandsaufenthalt bin ich erneut im Betreuten Wohnen gelandet. Diesmal war es aber eine Kinderwohngruppe. In der Gruppe haben 6 Kinder zwischen 2 und 10 Jahren gewohnt. Tagsüber sind sie in die Kita oder zur Schule gegangen. Die Kinder standen mit ihrer Herkunftsfamilie in engem Kontakt. Die Familien waren oft in der Kinderwohngruppe zu Besuch. Oder die Kinder am Wochenende tagsüber oder auch über Nacht bei ihren Familien.

Und was hast du da genau gemacht?

In der Kinderwohngruppe im Prinzip alles, was Eltern so machen. Vom gemeinsamen Frühstück über Schulgespräche, Hausaufgaben, gemeinsames Spielen bis hin zum Abendessen. Darüber hinaus war es wichtig,  den Kindern ein verlässliches und vertrauensvolles Beziehungsangebot zu ermöglichen. Häufig haben die Kinder die Erfahrung gemacht, dass sie sich auf die Nähe und Fürsorge ihrer Eltern nicht verlassen konnten. In der Fremdunterbringung sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, verpasste Bindungserfahrungen nachzuholen. Außerdem war das tägliche Trainieren von sozialen Kompetenzen und das Erlernen von Konfliktlösungsstrategien ein zentraler Aspekt der Arbeit. Ein weiterer zentraler Punkt war die Elternarbeit. So fanden zum Beispiel regelmäßig Elterngespräche statt, um die elterlichen Erziehungskompetenzen zu stärken. Ziel der Arbeit war es, die Kinder in die Herkunftsfamilie zurückzuführen.

Im Betreuten Mädchenwohnen lag mein Aufgabenbereich insbesondere darin, die Mädchen in ihrem Alltag zu unterstützen und gemeinsam eine Lebensperspektive zu erarbeiten. Ziel der Arbeit war es, die Mädchen “zu Verselbständigen”. Das heißt, die Mädchen sollten durch die Hilfe eine Selbstständigkeit erreichen, dass sie mit Eintritt in die Volljährigkeit in der Lage waren ihr Leben ohne Unterstützung zu führen.

Was sind denn die Probleme, mit denen die Kinder am häufigsten zu euch kamen?

Familiäre Konflikte und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder bzw. der Jugendliche waren häufige Gründe, die zu einer Fremdunterbringung geführt haben. Oder auch fehlende elterliche Erziehungskompetenzen und Vernachlässigung der Kinder. Emotionale Vernachlässigung, sprich die Eltern haben ihrem Kind wenig Liebe und Zuneigung geben können. Körperliche Vernachlässigung, das heißt die Kinder wurden nicht gepflegt und nicht ausreichend mit Nahrung und Kleidung versorgt. Große Themen waren zudem Gewalt und Sucht der Eltern sowie psychische Krankheiten. In der Regel hatten die Kindseltern in ihrer Kindheit die gleichen Erfahrungen gemacht und diese nicht ausreichend bearbeitet.

Wie kommt ein Kind zu euch? Wie läuft das ab?

Die Eltern oder die Jugendliche mussten sich an das zuständige Jugendamt in ihrem Wohnbezirk wenden. Dort haben sie die Probleme geschildert und das Jugendamt erklärte den Eltern und Jugendlichen, welche Hilfsmöglichkeiten es seitens des Jugendamts gibt. Wenn das Jugendamt ebenfalls der Meinung war, dass eine räumliche Trennung der Familie helfen könnte, dann hat sich das Jugendamt auf die Suche nach einer passenden Einrichtung gemacht. 

Im Betreuten Mädchenwohnen ist das Mädchen und ihre Familie dann zu einem Kennlerngespräch in unsere Einrichtung gekommen. Alle Beteiligten hatten dann die Möglichkeit sich gegenseitig kennen zu lernen und offene Fragen zu stellen. Seitens der Betreuerinnen diente das Gespräch dazu herauszufinden, ob die Jugendliche ein Mindestmaß an Selbstständigkeit mitbringen, um in diesem Betreuungskonzept betreut zu werden. Zudem wurde geprüft, ob bei der Jugendlichen ausreichend Eigenmotivation vorhanden war, um die Betreuung anzunehmen. Das bedeutet, dass sie mit den Betreuerinnen zusammenarbeiten.

In der Kinderwohngruppe lief es ähnlich ab. Oftmals wurde die Fremdunterbringung der Kinder jedoch durch einen sogenannten Fremdmelder angeregt. Das bedeutet, dass das Jugendamt vom sozialen Umfeld des Kindes, wie zum Beispiel Kita, Schule, Ärzte, Familienmitglieder oder auch Nachbarn, eine Meldung erhalten hat, dass vermutlich das Wohl des Kindes gefährdet ist. Das Jugendamt ist dann verpflichtet der Meldung nachzugehen und einzuschätzen, ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Die Mitarbeiter des Jugendamts nehmen Kontakt zu der Familie auf, laden sie ins Jugendamt ein oder es erfolgt ein Hausbesuch. Das Jugendamt überprüft dann, ob bei der Familie ein erzieherischer Unterstützungsbedarf vorliegt. Das kann zum Beispiel auch eine Erziehungsberatung oder Sozialpädagogische Familienhilfe sein. Wenn das Jugendamt feststellt, dass eine Fremdunterbringung des Kindes notwendig ist, dann müssen die Eltern der Hilfe zustimmen. Sollten die sorgeberechtigten Eltern damit nicht einverstanden sein, dann entscheidet das Familiengericht darüber.

Können sich die Kinder das eigentlich selbst aussuchen, in welchen Betreuten Wohnen sie landen?

Es gibt für die Kinder, Jugendliche und Eltern ein Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich der Einrichtung, die die Hilfe durchführen soll. Insofern die Einrichtung über die fachlichen Voraussetzungen verfügt und keine unverhältnismäßigen hohen Kosten entstehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass den Familien bis zu drei verschiedene Einrichtungen vom Jugendamt zur Auswahl gestellt wurden. Die Familien konnten die Einrichtungen dann persönlich besichtigen. Manchmal ist das Wunsch- und Wahlrecht jedoch schwierig umzusetzen. Dies betrifft spezialisierte Einrichtungen wie zum Beispiel Mutter-Kind-Einrichtungen oder Therapeutische Wohngruppen. Solche Einrichtungen haben oftmals wenig Plätze und verfügen über Wartelisten.

Hast du auch mit anderen Organisationen kooperiert? Wie hast du dich mit anderen Einrichtungen vernetzt?

Die Familien haben oftmals mehrere Problemlagen. Daher ist es unabdingbar mit verschiedenen Fachkräften zusammenzuarbeiten. Wir haben uns zum Beispiel mit Drogen- und Schuldnerberatungsstellen vernetzt. Oder auch mit Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Dies war ganz individuell vom Kinder bzw. der Familie abhängig.

Was denken die Leute, was du machst, wenn du sagst, dass du Sozialarbeiterin bis?

Viele Leuten denken sofort, dass ich als Sozialarbeiterin eine Streetworkerin bin, die mit Jugendlichen, die häufig auf der Straße leben, arbeitet. Was ja auch korrekt ist, aber dies ist nur ein mögliches Arbeitsfeld eines Sozialarbeiters. Wie bereits beschrieben, sind die Arbeitsfelder eines Sozialarbeiters zahlreich. Das zeigt nochmal, wie wenig die Gesellschaft über das Berufsbild des Sozialarbeiters weiß und wie wichtig es ist, darüber aufzuklären. Vor allem darüber, was für Hilfe Menschen, die im sozialen Sektor tätig sind, leisten können, wenn jemand in verschiedene Problemlagen geraten ist. In meiner Arbeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass es oftmals gar nicht zu einer Fremdunterbringung hätte kommen müssen, wenn die Familien gewusst hätten, welche Hilfsangebote ihr zur Verfügung stehen.

Was waren die schönsten Momente als Mitarbeiterin im Betreuten Wohnen?
Die wohl schönsten Momente waren, wenn Eltern sowie ihre Kinder nach Monaten oder gar Jahren wieder in der Lage waren sich gegenseitig in den Arm zu nehmen. Häufig waren die Konflikte so verhärtet, dass dies lange nicht möglich war. Oder auch den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihren Horizont zu erweitern. Zum Beispiel haben die Mädchen aus der Betreuten Mädchenwohngruppe sich kaum getraut ihren Stadtbezirk zu verlassen. Die Gruppenreisen nach Rom und London waren dann ein besonderes Ereignis. Es war schön den Mädchen zu zeigen, was es noch alles gibt. Oder auch allgemein im Hilfeverlauf zu sehen, wie aus vernachlässigten Kindern und Jugendlichen kleine, starke Persönlichkeiten wurden.

Depression

Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankung, die sich durch viele verschiedene Beschwerden äußern kann. Menschen mit einer Depression haben eine anhaltende gedrückte Stimmung und können sich nicht mehr freuen. Sie wollen oft nicht mehr leben und sind antriebslos. Das bedeutet, dass die Betroffenen einfache Tätigkeiten wie Körperpflege oder Einkaufen nicht mehr nachgehen können. Auch körperliche Symptome, wie z.B. Schlaflosigkeit oder Appetitlosigkeit, können mögliche Anzeichen für eine Depression sein. All diese Symptome haben oft auch gesunde Menschen. Bei einer Depression treten die Symptome jedoch länger auf, sind schwerwiegender ausgeprägt und schränken den Lebensalltag ein.

Welche Symptome sind typisch für Depression?

Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 können Depressionen nach folgenden Kriterien diagnostiziert werden:

Hauptsymptome einer Depression:

  • eine gedrückte und depressive Stimmung
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Verminderung des Antriebs und erhöhte Ermüdbarkeit

Zusatzsymptome einer Depression:

  • Konzentrationsstörungen
  • mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektive
  • Suizidgedanken oder -handlungen
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit

Aber auch diverse körperliche Symptome, für die keine körperliche Ursache zu finden sind, können Anzeichen einer Depression sein. Zu den körperlichen Symptomen gehören Schwindel, Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Kloßgefühl im Hals, Herzrasen, Atemnot oder verringertes sexuelles Interesse.

Bei Kindern zeigt sich eine Depression häufig in Form von Wutausbrüchen, starkem Weinen oder ständigem Anklammern an die Eltern. Die Kinder selbst bezeichnen ihre Niedergeschlagenheit als Bauchweh oder Kopfweh, da ihnen noch die Fähigkeit fehlt, diese Gefühlslage zu benennen. Je älter die Kinder werden, umso mehr ähneln die Symptome denen von erwachsenen Betroffenen. Jugendliche sind während der Pubertät oft traurig und verzweifelt, doch das kann Teil einer normalen Entwicklung sein und nach einiger Zeit wieder verschwinden. Daher ist es in dieser Zeit besonders wichtig, auf die Symptome zu achten und diese ernst zu nehmen.

Der Schweregrad der Depression wird nach dem ICD-10 nach Anzahl der Symptome eingeteilt. So handelt es sich um eine leichte depressive Episode, wenn mindestens zwei Hauptsymptome und zwei Zusatzsymptome auftreten. Bei einer mittelgradig depressiven Phase liegen zwei Hauptsymptome und drei bis vier Zusatzsymptome vor. Von einer schweren depressiven Episode spricht man, wenn alle drei Hauptsymptome und mindestens vier zusätzliche Symptome vorhanden sind. Außerdem müssen die Beschwerden mindestens über zwei Wochen anhalten.

Eine Depression kann sich auch mit einer Manie abwechseln. Das bedeutet, dass die Betroffenen mal unter einer depressiven Phase und mal unter einer manischen Phase leiden. Während einer manischen Phase fühlen sich die Betroffenen extrem leistungsfähig, haben übersteigerte gute Laune und wirken aufgedreht. Sie haben einen großen Tatendrang und sind dadurch ständig aktiv. Oft sind sie aber auch gereizt oder aggressiv.

Was sind mögliche Ursachen für eine Depression?

Eine Depression kann viele Ursachen haben. Manche Menschen sind anfälliger für eine Depression als andere. Experten gehen davon aus, dass ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung, neurobiologischen als auch psychosoziale Faktoren eine Depression auslösen können.

Bei der Entstehung einer Depression, kann eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Das bedeutet, dass Personen, deren Eltern an einer Depression erkrankt sind, ein höheres Risiko haben, selbst an einer Depression zu erkranken.

Depressionen können unter anderem auch durch biochemische Veränderungen im Hirnstoffwechsel ausgelöst werden. Das bedeutet, dass chemische Botenstoffe, die die Stimmung positiv beeinflussen, im Ungleichgewicht sind.

Aber auch belastende Lebensereignisse oder Lebensumstände können eine Depression auslösen. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel lang andauernde Überforderung, Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit, Missbrauch, Liebeskummer oder der Tod einer nahestehenden Person. Aber auch körperliche Erkrankungen wie Krebs können Depressionen begünstigen. So wird zum Beispiel durch belastende Lebensereignisse eher eine Depression ausgelöst, wenn bereits genetisch bedingt eine erhöhte Anfälligkeit für die Erkrankung besteht.

Bei Jugendlichen kann auch die Pubertätsphase den Ausbruch einer Depression begünstigen. Diese Zeit ist für Jugendliche mit vielen Veränderungen und Herausforderungen verbunden. Sie sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, grenzen sich stärker von ihren Eltern ab und fühlen sich eher bei Gleichaltrigen zugehörig. Aber auch der Körper und das äußere Erscheinungsbild verändern sich in dieser Phase. All diese Veränderungen können zu einer großen Verunsicherung bei Jugendlichen führen. Wichtig ist es daher, dass die Jugendlichen eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Eltern und Freunden haben, um den Verunsicherungen entgegenzuwirken.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Depression?

Bei einer Depression hilft in den meisten Fällen eine Psychotherapie. Aber auch die Einnahme von Medikamenten ist möglich. Häufig werden Psychotherapie und Medikamente miteinander kombiniert. Welche Behandlung zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen von den persönlichen Wünschen des Betroffenen, aber auch von der Schwere der Depression. Neben der Psychotherapie und Medikamenten gibt es noch viele weitere ergänzende Behandlungsmöglichkeiten, die zur Verbesserung der Symptomatik und der Alltagsbewältigung beitragen können. Um die passenden Behandlungsmöglichkeiten herauszufinden, ist jedoch erstmal einen umfassende Diagnostik bei einem Arzt notwendig. Wende dich dazu am besten an einem Facharzt für Psychiatrie.

Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Unterstützungsangebote für Menschen, die an einer Depression erkrankt sind. Auf clarat.org kannst du nach Angeboten in deiner Nähe suchen.

 

(Online-) Spielsucht

Das Internet ist ein wichtiger Bestandteil im Leben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es wird in der Schule oder bei der Arbeit genutzt, aber auch in der Freizeit. Es ist ein hilfreiches Medium, welches den Alltag erleichtert und inzwischen gar nicht mehr wegzudenken ist. Sehr viele Menschen nutzen das Internet jeden Tag. Sei es für die Suche nach Informationen, für Kontakte und Kommunikation oder auch für Onlinespiele. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange sich der Internetkonsum in Grenzen hält. Es gibt jedoch auch Menschen, die zu viel Zeit im Internet verbringen. Und dann völlig in der virtuellen Welt versinken. Das nennt man Online- oder Internetsucht. Anders als bei einer Drogen- oder Alkoholsucht ist diese Abhängigkeit nicht an einen Stoff gebunden. Es ist viel eher eine Verhaltenssucht, vergleichbar mit anderen Verhaltenssüchten wie Kaufsucht oder Glücksspielsucht.

Die Betroffenen sind abhängig vom Internet und schon allein das Nutzen des world wide webs verschafft ihnen Befriedigung und Euphorie. Ihr Verhalten ist zwanghaft. Es gibt dabei verschiedene Formen der Onlinesucht. Die Abhängigen können kontaktsüchtig sein und permanent in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube unterwegs sein. Andere sind spielsüchtig und verbringen den Großteil ihrer Zeit mit Videospielen oder Onlinespielen wie World of Warcraft. Besonders bei solchen Rollenspielen bilden die Abhängigen eine „zweite Identität“ in der virtuellen Welt. Oftmals ist es wie eine Flucht in eine andere Welt, um sich mit den realen Problemen nicht auseinandersetzen zu müssen.  Auch die zwanghafte Suche nach Informationen oder das Verlangen nach Pornofilmen im Internet sind Formen von Onlinesucht.

Die Sucht beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten im Internet, die vom Nutzer exzessiv ausgeübt werden. Problematisch wird es, wenn die Internetnutzung von den Abhängigen über einen längeren Zeitraum (mindestens 12 Monate) nicht mehr kontrolliert werden kann.

Die Sucht hat schwerwiegende Folgen. Oftmals sind die Betroffenen sozial isoliert. Das heißt, sie bleiben sehr viel zu Hause, pflegen keine sozialen Kontakte und haben kaum Bezug zur Außenwelt. Sie verbringen meist viele Stunden am Stück vor dem PC oder der Spielekonsole, ohne zu essen oder sich zu waschen. Sie achten wenig auf ihr Erscheinungsbild oder Hygiene. Wenn Betroffene ihrem Verlangen nicht nachkommen können, kommt es zu Entzugserscheinungen und sie sind unruhig und gereizt.

Deshalb wurde 2008 die Ambulanz zur Behandlung von Computerspiel- und Internetsucht an der Universität Mainz eröffnet. Bundesweit die 1. Stelle, welche Onlinesucht als Sucht behandelte und Therapien anbot. Die Ambulanz listet 9 Anzeichen für eine Internetsucht auf:

  1. Internetsüchtige vernachlässigen ihre Freunde, ihre Arbeit, ihre Wohnung und sich selbst.
  2. Sie spielen oder surfen mindestens zwölf Monate am Stück exzessiv.
  3. Sie zeigen Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Gereiztheit und Schweißausbrüche.
  4. Sie können dem Verlangen, weiter zu spielen oder zu surfen nicht widerstehen.
  5. Sie denken an das Internet, auch wenn sie nicht vor dem Computer sitzen.
  6. Ihre Versuche, aufzuhören, scheitern.
  7. Sie nutzen das Internet als Kanal für ihre Gefühle.
  8. Ein anfänglich angenehm belohnendes Gefühl wird zunehmend als belastend empfunden.
  9. Sie verlieren die Kontrolle über das Ausmaß des Spielens oder Surfens.

Inzwischen gibt es weitere Einrichtungen, die Hilfe für Betroffene anbieten. In fast jeder Einrichtung, welche Sucht und Abhängigkeiten behandelt, werden auch Therapien für Onlinesüchtige angeboten.

Internetsucht ist eine ernstzunehmende Abhängigkeit. Auch der Drogen- und Suchtbericht 2016 der Drogenbeauftragten der Bundesregierung beschäftigt sich mit Onlinesucht. Etwa 560.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren gelten in Deutschland als internetabhängig. Dabei sind jüngere Menschen häufiger betroffen. 250.000 der Süchtigen sind zwischen 14 und 16 Jahren alt. Die Onlinesucht ist ein Phänomen, welches in allen gesellschaftlichen Gruppen vorkommt. Es ist also nicht an eine soziale Schicht gebunden.

Meistens tritt der exzessive Internetgebrauch in Kombination mit psychischen Krankheiten  auf. Zum Beispiel Depressionen, ADHS oder auch andere Abhängigkeiten wie Alkoholsucht.

Da hier häufig mehrere Erkrankungen aufeinander treffen, ist es wichtig, sich (professionelle) Hilfe zu holfen.

Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Internetverhalten schon eine Abhängigkeit ist, kannst du dich hier testen. Wenn du jemanden kennst, der internetsüchtig ist oder wenn du selbst unter einer Onlinesucht leidest, gibt es verschiedene Einrichtungen und Vereine, die dir helfen können. Auch auf clarat.org. findest du Hilfe.

 

von Magdalena Firchau

Berlin mit anderen Augen

Wir kennen und lieben unsere Stadt. Aber jeder von uns kennt und liebt sein eigenes Berlin. Für die einen ist es eine Partystadt, für andere die grünste Hauptstadt Europas. Eine Stadt der vielen Sprachen, der Kopfsteinpflaster, der Spätis, der Currywurst, der Kleinkunst. Irgendwie eine Stadt für jedermann. Wie aber sieht diese Stadt, die so viel kann, für jemanden aus, der gerade erst angekommen ist? Der gerade erst Deutsch lernt? Der hier gerade erst ein neues Leben beginnt?  

Firas, ein Teil des Teams & ein paar Freunde

Der Syrer Firas Zakri aus Aleppo hat es uns gezeigt. Er musste vor zwei Jahren aus seiner Heimat fliehen. Jetzt hat er endlich Asyl in Deutschland bekommen. Als Tourguide bei Querstadtein zeigt er Berlinern und Touristen die Stadt aus seiner Perspektive. Wir von clarat.org wollten ihn und seine Geschichte kennenlernen. Deshalb sind wir mitgegangen.

Firas führt uns nicht durch das Brandenburger Tor oder das Regierungsviertel, sondern durch Neukölln, den Stadtteil, in dem die verschiedensten Nationalitäten vertreten sind. Und in dem sich Geflüchtete aus Syrien besonders zu Hause fühlen. Er zeigt uns, wo man am besten arabisch essen gehen und wo man arabische Lebensmittel kaufen kann. Er erzählt uns von der leckeren syrischen Küche und zeigt uns Bilder von seinen Lieblingsgerichten. “Richtig wie in Aleppo schmecken sie hier leider nicht,” sagt er, “denn man kann nicht alle notwendigen Zutaten bekommen. Aber man kann immer improvisieren.”. Firas hat viel Humor. Und er ist ein großer Erzähler.

Wir lernen, wie schwierig es ist, sich in einer Welt zurechtzufinden, die eine andere Schrift benutzt. Viele Geflüchtete, die nach Deutschland kommen, müssen erst Deutsch lesen und schreiben lernen. Wir versuchen, auf der Sonnenallee arabische Wörter wiederzuerkennen. Mit unterschiedlichem Erfolg. Wir lernen auch, was Geflüchteter sein in den ersten Wochen nach der Ankunft bedeutet. Umzüge von Sammelunterkunft zu Sammelunterkunft, von Flüchtlingsheim zu Flüchtlingsheim, das Beste aus der Situation machen, den Humor behalten und immer warten, warten, warten. Warten auf den Brief, der alles bedeutet: auf den Asylbescheid. Für manche kam er nach drei Monaten, für Firas erst nach zwei Jahren.

Firas erzählt uns auch die Geschichte seiner Flucht. Wie er Frau und Kind zurücklassen musste, um für sie ein sicheres Leben anderswo aufzubauen. Wie er mehrmals versucht hat, das Mittelmeer zu überqueren. Wie sein Boot zerbrach und er fast ertrank. Wie er drei Stunden lang geschwommen ist, bis er in Sicherheit war. Wie er es trotzdem nach Deutschland geschafft hat. Und wie er jetzt diese Stadt liebt und ein echter Berliner geworden ist. Die Geschichte ist düster – und trotzdem lacht Firas und macht Scherze. Er hat es geschafft, nur das zählt.

Wir sind alle tief bewegt und beeindruckt. Und so froh darüber, dass wir diese Tour gemacht haben. Wir haben sehr viel von Firas gelernt. Und wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit bei clarat.org ein bisschen was zurückgeben können.

 

von Julia Naji

Lernbehinderung – Was ist das?

Von einer Lernbehinderung spricht man, wenn ein Kind in der Schule über einen langen Zeitraum hinweg sehr große Probleme beim Lernen hat. Das Kind ist dabei so stark in seiner Lernfähigkeit und seinen Leistungen eingeschränkt, dass es beim Lernen nicht mehr mit seinen gleichaltrigen Mitschülern mithalten kann. Oft zeigt sich das an immer wieder sehr schlechten Schulnoten, manchmal gleich in mehreren Unterrichtsfächern. Dem Kind fällt das Lernen so schwer, dass es mehrfach ein Schuljahr wiederholen muss, bis es mit der Zeit mehr als zwei bis drei Schuljahre in seinen Leistungen zurückfällt.

Es gibt jedoch unterschiedliche Formen an Lernbehinderungen und sie können häufig nur schwer erkannt werden. Eine typische Form der Lernbehinderung ist zum Beispiel die Legasthenie. Legasthenie ist eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Manchmal hat ein Kind aber auch nur große Schwierigkeiten, lesen zu lernen. Oder es hat nur Probleme mit der Rechtschreibung. Eine andere Form der Lernbehinderung ist die Dyskalkulie. Das ist, wenn man massive Schwierigkeiten beim Rechnen und im Umgang mit Zahlen hat. Aber oft leiden Kinder auch an einer Lernstörung, die ihnen gleich in mehreren Bereichen und Schulfächern große Lernschwierigkeiten bereitet.

Lernbehinderungen wie diese sind aber nicht einfach nur eine einfache Lernschwäche, die einem Kind im Deutsch- oder Mathematikunterricht Probleme und schlechte Noten verursacht. Die kognitiven Fähigkeiten, – das bedeutet nachzudenken, etwas zu erkennen und zu begreifen, – sind bei Kindern mit einer Lernbehinderung vielmehr gestört. Und oft weisen diese Kinder auch eine Intelligenz auf, die unter dem Durchschnitt liegt. Das bedeutet aber nicht, dass diese Kinder an einer geistigen Behinderung leiden. Man unterscheidet eine Lernbehinderung nur deutlich von einer einfachen Lernschwäche auf der einen Seite und einer geistigen Behinderung auf der anderen.

Wie äußern sich Lernbehinderungen?

Eine Lernbehinderung zeigt sich nicht einfach nur in schlechten Schulnoten. Die schulischen Leistungen von Kindern mit einer Lernbehinderung liegen meist weit unter dem Durchschnitt der Klasse. Manche Kinder sind manchmal auch in ihrer Sprach- oder Bewegungsentwicklung noch nicht ganz so weit, wie es für ihr Alter normal wäre. Den meisten fällt es schwer, sich die Inhalte und das Wissen in der Schule genauso schnell wie die anderen in der Klasse anzueignen. Die Aufgaben sind zu schwer, das Tempo zu schnell. Oft haben die Kinder Probleme mit der Kommunikation. Sie verstehen Bilder, Töne oder Aufgaben falsch. Oder sie erkennen Zusammenhänge nicht richtig und verlieren den Überblick. Insgesamt haben die Kinder meist große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und sich Dinge zu merken. Und es gelingt ihnen nicht, sich eigene Lernstrategien anzueignen.

Die Kinder sind verunsichert und eingeschüchtert. Sie trauen sich nicht, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Das Lernen überfordert sie. Wird zum Stress. Sie sind frustriert und zweifeln an sich. Die vielen Misserfolge sorgen dafür, dass die Kinder das Lernen immer mehr ablehnen. Viele Kinder mit einer Lernbehinderung zeigen oft auch ein auffälliges Verhalten. Manche ziehen sich zurück, manche sind hyperaktiv, stören den Unterricht und manche Kinder sind aggressiv. Eine Lernbehinderung kann daher nicht nur für das Kind und seine Eltern eine Belastung sein, sondern auch für Mitschüler, Lehrer oder Erzieher.

Wer kann eine Lernbehinderung haben?

Lernbehinderungen treten nicht nur bei Kindern auf, die zur Schule gehen. Sie können Menschen aller Altersstufen betreffen und ihnen und ihren Angehörigen das Leben erschweren. Schon bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es manchmal zu einer verlangsamten Entwicklung. Aber leider bleibt das von den Eltern oft zunächst unbemerkt und es ist in diesem Alter noch schwer zu erkennen, dass das Kind vielleicht eine Lernbehinderung haben könnte. Erst im Kindergarten- und Vorschulalter und in der Schule fällt es deutlicher auf, dass manche Kinder sehr viel langsamere Lernfortschritte machen als andere in ihrem Alter. Erst hier wird eine Lernbehinderung dann meistens erkannt. Aber auch Erwachsene können eine Lernbehinderung haben. Sie haben oft große Probleme im Alltag, denn viele Dinge, die für das alltägliche Leben wichtig sind – Ausbildung, Arbeitsalltag, Banken, Verträge und Schriftverkehr – fallen ihnen sehr schwer. Obwohl sie erwachsen sind, brauchen sie im Umgang mit all diesen alltäglichen Dingen meist zusätzliche Hilfe.

 

Was sind die Ursachen für Lernbehinderungen?

Lernbehinderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Es kann zum Einen gesundheitliche Gründe geben, die das Gehirn oder andere Organe betreffen. Diese können zum Beispiel eine angeborene unterdurchschnittliche Intelligenz oder genetisch bedingte Krankheiten sein. Manchmal liegt es aber auch an erworbenen Hirnschäden während der Schwangerschaft oder an Problemen bei der Geburt. Aber auch eine körperliche Behinderung wie Hörschäden oder eine zu langsame körperliche Entwicklung kann zu einer Lernbehinderung führen.

Auf der anderen Seite spielt manchmal auch eine große Rolle, wie ein Kind aufwächst und was es erlebt. Allem voran die Situation in der Familie, die Erziehung durch die Eltern oder die Umgebung, in der ein Kind aufwächst. Zum Beispiel, wenn Säuglinge oder Kleinkinder zu wenig Pflege und Zuwendung von den Eltern bekommen und keine Bindung zu ihren Eltern aufbauen können. Wenn Eltern ihr Kind nicht schon im frühen Alter ausreichend fördern, kann es zu einer langsameren Entwicklung oder sogar zu Rückständen kommen. Aber auch Veränderungen in der Familie wie Streit, Trennungen, Umzüge können bei einem Kind psychische Spuren hinterlassen. Leidet ein Kind an Depressionen, großen Ängsten oder kommt es zu Verhaltensstörungen, kann dies ein Kind in seiner Fähigkeit zu lernen sehr einschränken. Dies kann dann langfristig zu Lernschwierigkeiten, einer Lernstörung oder Lernbehinderung führen.

Welche Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Lernbehinderungen stellen eine große Herausforderung in Schule, Beruf und im Alltag dar. Daher brauchen Kinder und Erwachsene mit einer Lernbehinderung intensive Unterstützung, Förderung und Begleitung durch feste Bezugspersonen. Nur so haben auch sie gute Chancen in Schule, Ausbildung und Beruf und die Möglichkeit, zu lernen, eigenständig durchs Leben zu gehen.

Um so wichtiger ist es, eine Lernbehinderung schon so früh wie möglich zu erkennen und dem Kind frühzeitig die richtige Förderung zu ermöglichen. Eltern sollten sich daher rechtzeitig Rat und Hilfe suchen. Sie können sich zum Beispiel an die Mitarbeiter im Kindergarten wenden oder mit den Lehrern oder einem Schulpsychologen über die Schulleistungen des Kindes sprechen. Auch ein Arzt und ein Psychologe sollten herangezogen werden. Sie können durch Untersuchungen und Tests prüfen, ob es für die Lernschwierigkeiten gesundheitliche oder seelische Probleme gibt. Eltern können sich zusätzlich Unterstützung bei Erziehungsberatungsstellen oder den Integrationsfachdiensten holen. Und in manchen Fällen kann auch eine Therapie dem Kind helfen.

In der Schule gibt es zwei Möglichkeiten, Kinder mit einer Lernbehinderung zu unterstützen: Entweder durch zusätzliches sonderpädagogisches Personal in einer normalen Schule oder in einer speziellen Förderschule. Hier lernen die Kinder gemeinsam mit anderen Kindern, die auch eine Lernbehinderung haben. Der Unterricht an Förderschulen ist genau auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten. Die Kinder lernen insgesamt etwas langsamer und bekommen eine intensive Förderung durch die Lehrer. Es gibt auch spezielle Berufsausbildungen für Menschen mit Lernbehinderungen und besondere Betreuung in Ausbildung und Beruf, zu denen die Integrationsfachdienste beraten können.

Menschen mit einer Lernbehinderungen brauchen klare Arbeitsanweisungen, die sie leicht verstehen. Man muss ihnen zur Seite stehen und sie dazu ermutigen, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstehen. Eltern sollten ihr Kind unterstützen und versuchen, es zum Lernen zu motivieren, aber sie sollten das Kind nicht unter Druck setzen. Es ist wichtig, dem Kind klarzumachen, dass es von seinen Eltern auch mit schlechten Leistungen anerkannt und geliebt wird. Zusätzlich kann es sehr helfen, wenn Eltern die Talente des Kindes fördern, die nicht mit der Schule zu tun haben. Das Kind hat dadurch Erfolgserlebnisse und baut Selbstvertrauen und Mut auf.

Hat dein Kind eine Lernbehinderung? Auf clarat.org findest du Hilfe.

Geburt – Hilfe nach der Geburt

Schwangerschaft und Geburt verändern das Leben von jungen Eltern. Die ersten Lebensmonate des Kindes und die erste Zeit als Familie sind sehr intensiv. In dieser Zeit tauchen viele Fragen auf und viele Entscheidungen müssen getroffen werden. In der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt müssen Anträge und Formulare ausgefüllt werden, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Bei der Krankenkasse kann das Mutterschaftsgeld beantragt werden. Auch die Unterlagen für das Elterngeld und das Kindergeld sollten möglichst bald ausgefüllt und eingereicht werden.

Doch nicht nur die finanzielle Unterstützung sollte gesichert sein. Junge Familien sollten sich nicht scheuen, auch praktische Hilfen für den Alltag anzunehmen. Gerade die ersten Wochen nach der Geburt sind anstrengend. Wenig Schlaf und Überlastung lassen den Alltag schnell schwierig erscheinen. Um den Start ins Familienleben zu erleichtern, gibt es unterschiedliche Unterstützungsangebote. Viele holen sich Hilfe von der Familie oder von Freunden.

Wer aber so ein soziales Netz nicht hat, findet auch anderweitig Hilfe. Die Aufsuchende Elternhilfe bietet Unterstützung für Eltern mit Neugeborenen. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter besuchen die Familien zu Hause. Sie helfen bei der Betreuung, im Haushalt oder bei Erledigungen und Besorgungen. Sie arbeiten eng mit den betreuenden Hebammen zusammen. In der Regel kann diese Hilfe bis zu 5 Monate nach der Geburt geleistet werden. Sie ist für die Familien kostenlos. Wenn Mütter oder Väter die Aufsuchende Elternhilfe in Anspruch nehmen wollen, wenden sie sich an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes in ihrem Wohnbezirk. Oder sie gehen direkt zu den Organisationen, die die Aufsuchende Elternhilfe anbieten.

Aber auch Ehrenamtliche unterstützen Familien mit Säuglingen. Projekte wie wellcome oder Känguru bieten praktische Hilfe im Alltag kurz nach der Geburt an. Hier arbeiten zwar keine Fachkräfte, aber auch die Ehrenamtlichen sind geschult.

Manchmal sind Geburten für die Mütter so anstrengend, dass sie in der ersten Zeit danach den Haushalt nicht allein führen können. Das kann zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt oder bei Früh- und Mehrlingsgeburten passieren. In diesem Fall kann eine Haushaltshilfe beantragt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Haushaltshilfe. Hier muss ein Antrag gestellt werden und ein Arzt muss bescheinigen, warum und wie viel Unterstützung benötigt wird.

Es ist gut und wichtig, sich Hilfe zu holen bei Überforderung. Die Zeit mit einem Neugeborenen kann stressig sein. Und niemand sollte sich schämen, Hilfe anzunehmen. Die Angebote der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sind vielzählig.

Hast du ein kleines Baby und bist du überfordert im Alltag und brauchst Unterstützung? Oder kennst du Familien mit einem Neugeborenen, die Hilfe im Alltag brauchen? Auf clarat.org findest du Hilfe.

von Magdalena Firchau

Asylantrag wurde abgelehnt – was kann ich tun?

Wenn das BAMF deinen Asylantrag ablehnt, wirst du aufgefordert Deutschland zu verlassen. Dafür hast du in der Regel 30 Tage Zeit. Manchmal aber auch nur eine Woche. Das passiert aber nur, wenn dein Asylantrag als “offensichtlich unbegründet” abgelehnt wird. Wieviel Zeit du hast, steht auf deinem Bescheid vom BAMF. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem du den Bescheid bekommen hast. Wenn du Deutschland nicht verlässt, kannst du abgeschoben werden. Das bedeutet, dass die Polizei und die Ausländerbehörde dich zuhause abholen und in dein Land zurück schicken können.

Lass dich auf jeden Fall beraten, wenn du eine Ablehnung bekommen hast. Es gibt einige Alternativen zur Ausreise oder Abschiebung:

Klagen

Du kannst gegen die Entscheidung des BAMF klagen. Dann entscheidet ein Gericht darüber, ob du nicht doch Asyl bekommen kannst. Du hast 2 Wochen Zeit, um die Klage einzureichen. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem du den Bescheid bekommen hast. Eine Beratungsstelle oder ein Anwalt können dir sagen, ob eine Klage sinnvoll ist und was zu tun ist.

Beratungsstellen in Berlin findest du hier. Organisationen, die dir helfen einen Anwalt in Berlin zu finden, findest du hier. Wenn du in einer anderen Stadt bist, nutze die Suchfunktion auf clarat.org.

Wenn keine Zeit mehr bleibt, mit einer Beratungsstelle oder einem Anwalt zu sprechen, kannst du auch selbst zum Verwaltungsgericht gehen und dort deine Klage einreichen. Welches Verwaltungsgericht für dich zuständig ist, steht in deinem Brief vom BAMF. Bei jedem Verwaltungsgericht gibt es eine Rechtsantragsstelle, die dir mit der Klage hilft. Wenn du das gemacht hast, geh danach trotzdem zu einem Anwalt. Du hast jetzt noch 2 Wochen, um dem Gericht zu sagen, warum die Entscheidung des BAMF falsch ist. Dafür solltest du dir von einem Anwalt helfen lassen.

Wichtig: Während deine Klage läuft, kannst du nicht abgeschoben werden. Du darfst deine Aufenthaltsgestattung behalten und bekommst weiter Hilfen vom Staat. Es dauert meistens sehr lange bis das Gericht entscheidet. Es kann sein, dass du 1 Jahr oder länger warten musst. In dieser Zeit kannst du nicht abgeschoben werden.

Asylfolgeantrag

Wenn es neue Beweise für deine Verfolgung oder eine neue Situation in deinem Heimatland gibt, kannst du einen neuen Asylantrag stellen. Eine Beratungsstelle oder ein Anwalt können dir sagen, ob ein neuer Asylantrag möglich und sinnvoll ist. Und was du machen musst.

Beratungsstellen in Berlin findest du hier. Organisationen, die dir helfen einen Anwalt in Berlin zu finden, findest du hier. Wenn du in einer anderen Stadt bist, nutze die Suchfunktion auf clarat.org.

Duldung

Manchmal gibt es ein Hindernis für die Abschiebung. Weil du zum Beispiel keinen Pass hast oder du nicht in der Lage bist, zu reisen. Oder weil du ein minderjähriges Kind oder einen Ehepartner in Deutschland hast. Dann bekommst du eine Duldung.

Die Ausländerbehörde kann dir auch eine Duldung geben, wenn du zum Beispiel eine Therapie zu Ende machen musst. Oder wenn du bald eine wichtige Operation hast.

Du kannst auch eine Duldung bekommen, wenn du deine Schule oder Ausbildung fertig machen möchtest. Wenn du deinen Abschluss hast, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen danach auch eine Aufenthaltserlaubnis bekommen.

Eine Beratungsstelle oder ein Anwalt können dir sagen, ob du eine Duldung bekommen kannst und was zu tun ist.

Beratungsstellen in Berlin findest du hier. Organisationen, die dir helfen einen Anwalt in Berlin zu finden, findest du hier. Wenn du in einer anderen Stadt bist, nutze die Suchfunktion auf clarat.org.

Härtefallregelung

Wenn du dich in einer sehr schwierigen Situation befindest und wenn du sehr gut integriert bist, kannst du über einen Härtefallantrag eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Ob eine Person als Härtefall anerkannt wird, entscheiden die Innenministerien der Bundesländer. Einige Bundesländer haben dafür so genannte Härtefallkommissionen eingerichtet. Sie können dir sagen, ob du einen Härtefallantrag stellen kannst und was zu tun ist. Beratungsstellen in Berlin findest du hier. Wenn du in einer anderen Stadt bist, nutze die Suchfunktion auf clarat.org.

Kirchenasyl

Wenn du in einer sehr schwierigen Situation bist und du große Angst vor einer Abschiebung in dein Land hast, kannst du bei einer Kirche um Asyl bitten. Die Kirche hört dir zu und überlegt dann, was zu tun ist. Vielleicht nimmt die Kirche dich auf und schützt dich so vor einer Abschiebung. Das nennt man Kirchenasyl. Das klappt aber nicht immer. Manchmal werden Leute auch aus dem Kirchenasyl heraus abgeschoben.

Die meisten Kirchen nehmen Leute nur für eine begrenzte Zeit auf. Während du im Kirchenasyl bist, spricht die Kirche mit den Behörden und versucht eine Lösung für dich zu finden. Kirchenasyl ist sehr anstrengend. Es kann lange dauern bis eine Lösung mit den Behörden gefunden wird. In dieser Zeit bist du von der Kirche abhängig.

Eine Beratungsstelle oder ein Anwalt können dir sagen, ob Kirchenasyl in deinem Fall sinnvoll ist.

Beratungsstellen in Berlin findest du hier. Organisationen, die dir helfen einen Anwalt in Berlin zu finden, findest du hier. Wenn du in einer anderen Stadt bist, nutze die Suchfunktion auf clarat.org.

Familienrat

Lisa geht seit Wochen nicht mehr regelmäßig in die Schule. Das Jugendamt möchte deshalb mit Lisas Eltern sprechen. Mesut bekommt jeden Abend Wutanfälle, wenn er ins Bett gehen soll. Die Nachbarn haben sich deshalb schon beim Vermieter beschwert. Und Lydia und Robert Müller lassen sich scheiden. Nun streiten sie darüber, bei wem die Kinder leben sollen.

In jeder Familie gibt es mal Probleme. Manchmal spitzt sich die Situation aber soweit zu, dass das Familiengericht oder eine Fachkraft vom Jugendamt eingeschaltet wird. Diese sollen dann eine Lösung für die Probleme finden. Der Familienrat hingegen ist eine Methode, bei der Familien selbst Lösungen für ihre Probleme entwickeln. Ohne, dass ein Dritter Entscheidungen für sie trifft und ihnen sagt, was sie machen sollen.

Wie funktioniert ein Familienrat?

In diesem Video wird der Familienrat kurz erklärt:

 

Wie läuft ein Familienrat ab?

Ein Koordinator besucht die Familie und hilft ihr dabei, den Familienrat vorzubereiten. Gemeinsam entscheiden sie, wer am Familienrat teilnehmen soll. Und legen den Ort und den Zeitpunkt fest. Der Koordinator spricht insbesondere auch mit den Kindern. Und bereitet sie auf den Familienrat vor. Für Kleinkinder ist eine Teilnahme weniger geeignet. Aber bereits Kinder im Grundschulalter können sehr wohl am Familienrat teilnehmen. Stellvertretend für Kleinkinder könnten auch Verwandte, Freunde oder Bekannte teilnehmen, die das Kind gut kennen. Sie bringen dann die Interessen und Bedürfnisse des Kindes in die Runde ein.

Der Koordinator lädt dann alle Beteiligten zu einem Termin ein.

Der Familienrat besteht dann aus drei Phasen:

  1. Infophase
  2. Family-only Phase
  3. Abschluss 

Am Anfang können zum Beispiel ein Sozialarbeiter, Arzt oder Lehrer ihre fachliche Meinung einbringen. Anschließend beginnt die family-only Phase. Hier sitzt die Familie ganz alleine an einem Tisch und bespricht das Problem. Jeder sagt, wie es ihm geht. Und was er sich wünscht. Anschließend entwickelt die Familie gemeinsam eine Lösung. Zum Schluss stellen sie das Ergebnis dem Koordinator vor. Der Koordinator hält dann die Vereinbarungen fest, die die Familienmitglieder getroffen haben. Nach ein paar Wochen beruft er ein weiteres Treffen ein, um zu prüfen, ob alle die Vereinbarungen einhalten. Oder ob es eine andere Lösung braucht.

Was spricht für einen Familienrat?

  1. Kinder lernen früh, wie man Konflikte konstruktiv löst.
  2. Es gibt keine Verlierer. Denn es geht nicht darum, wer Recht hat und wer nicht. Sondern eine Lösung zu finden, mit der alle einverstanden sind.
  3. Kein Dritter bestimmt über die Köpfe der Familie hinweg. Sondern die Familienmitglieder sind Experten in eigener Sache. Sie entscheiden, was ihnen hilft.
  4. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle an die Vereinbarungen halten ist größer, da sie diese gemeinsam getroffen haben.

Wo kann man einen Familienrat machen?

In Berlin gibt es mehrere Organisationen, die einen Familienrat anbieten. Ansprechpartner in deiner Näher findest du auf clarat.org.

von Andrea Kazcmarek

Psychotherapie

Psychische Probleme treten nicht nur bei Erwachsenen auf. Laut einer Studie des Robert Koch Instituts sind in Deutschland 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen. Eltern sollten in diesen Fällen nicht zögern, Hilfe für ihre Kinder zu suchen. Doch woran merke ich, dass mein Kind psychische Beschwerden hat? Und wer bietet eigentlich eine Psychotherapie an? Und was passiert da genau?

Was ist eine Psychotherapie und was können Anlässe sein?

Unter einer Psychotherapie versteht man die Linderung oder Heilung psychischer bzw. seelischer Störungen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern “Seele” sowie “pflegen/ sorgen” bzw. “Heilung” zusammen.

Leider gibt es keine pauschale Antwort darauf, was typische Alarmsignale sind. Dies hängt immer vom jeweiligen Kind und von der jeweiligen Situation und Störung ab. Eine eindeutige Diagnose kann nur ein entsprechender Facharzt stellen.

Anlässe für ein solches Gespräch können zum Beispiel sein:

  • Probleme einzuschlafen oder durchzuschlafen
  • Einnässen und/oder Einkoten
  • Angststörungen (z.B. Panikattacken, Phobien oder Trennungsangst)
  • Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Aggressives oder trotziges Verhalten
  • Niedergeschlagenheit, düstere Gedanken, häufiges Weinen aufgrund von Kleinigkeiten
  • Plötzlicher Kontaktabbruch zu Freunden
  • Körperliche Beschwerden ohne organischen Befund (z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen)
  • Konzentrationsprobleme
  • Essstörungen (Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Fettleibigkeit)
  • Zwanghafte Handlungen, Tics oder immer wiederkehrende Gedanken
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder Computersucht
  • Selbstverletzendes Verhalten oder Selbstmordversuche

Wer bietet eine Psychotherapie an?

In Deutschland dürfen folgende Berufsgruppen eine Therapie anbieten:

  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
  • Psychologische Psychotherapeuten
  • Heilpraktiker mit Psychotherapie-Erlaubnis
  • Fachärzte, deren Ausbildung Psychotherapie umfasst
  • Ärzte mit Zusatz-Weiterbildung in Psychotherapie

Die Begriffe Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut klingen gleich. Und häufig fällt Laien die Unterscheidung zwischen den einzelnen Bezeichnungen schwer.

Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Er ist kein Arzt und darf keine Medikamente verschreiben. Um eine Psychotherapie anbieten zu können, muss er eine Zusatzausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gemacht haben. Psychologen arbeiten in vielen verschiedenen Bereichen, zum Beispiel bei Beratungsstellen, in Unternehmen, bei der Polizei oder in Krankenhäusern.

Ein Psychiater hat Medizin studiert. Und im Anschluss eine psychiatrische und psychotherapeutische Facharztausbildung. Er darf also eine Psychotherapie anbieten und Medikamente verschreiben. Psychiater arbeiten häufig in Kliniken oder in eigenen Praxen.  

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten behandeln Patienten, die unter 21 Jahren sind. Sie haben Psychologie oder Pädagogik studiert und im Anschluss eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolviert, die speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist.

‘Psychotherapeut’ darf sich nicht jeder nennen. Als Psychotherapeut darf sich nur bezeichnen, wer eine entsprechende zusätzliche Ausbildung absolviert hat. Sie berechtigt ihn dann dazu, eine Psychotherapie anzubieten.

Wie läuft eine Psychotherapie ab?

Ganz am Anfang gibt es zunächst Probesitzungen. Sie werden manchmal auch “probatorische Sitzungen” genannt. Das sind erste Treffen mit dem Psychotherapeuten, um sich kennen zu lernen. Und um herauszufinden, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt. Dabei sollte man sich fragen: “Vertraue ich dem Therapeuten?”, “Fühle ich mich wohl und verstanden?”. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man sich lieber einen anderen Therapeuten suchen.

Man kann sich auch schon im Vorfeld Fragen überlegen, die man dem Therapeuten stellen möchte. Zum Beispiel: “Wie gehen Sie vor?”, “Wie laufen die Sitzungen ab?”, “Wie lange wird es dauern, bis sich Veränderungen zeigen?” oder “Mit welchen Problemen muss ich rechnen?”. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für fünf bis acht Probesitzungen.

Nach dem ersten Gespräch wird der Therapeut fragen, ob das Interesse besteht, eine Therapie zu beginnen. Diese beginnt dann offiziell, sobald die Krankenkasse die Kostenübernahme bestätigt hat. Häufig wird eine bestimmte Anzahl an Stunden bewilligt. Meistens zwischen 25 und 50 Stunden. Wie die Therapie genau verläuft, hängt stark von der jeweiligen Person, dem Problem und dem Therapieverfahren ab. Einen Überblick über verschiedene Therapieformen gibt es auf der Internetseite therapie.de.

Eltern spielen in der Therapie von Kindern häufig eine wichtige Rolle. Deshalb kann es auch sein, dass die Eltern bei einzelnen Gesprächen dabei sind. Oder der Therapeut extra Termine nur mit ihnen vereinbart.

Alles, was Patient und Psychotherapeut während der Therapie besprechen, ist vertraulich. Das heißt Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht. Sie dürfen keinem Dritten Informationen weitergeben, es sei denn, der Patient erlaubt es ausdrücklich.

Wie finde ich einen Psychotherapeuten?

Jeder, der eine gesetzliche Krankenversicherung hat, kann sich direkt an einen Psychotherapeuten wenden. Ab 15 Jahren können sich Jugendliche auch ohne das Wissen ihrer Eltern bei einem Psychotherapeuten melden. Bei Privatversicherten müssen den Antrag auf Kostenübernahme jedoch die Eltern stellen.

Auf den Internetseiten der Psychotherapeutenkammern findest du Therapeuten in deiner Nähe. Hier werden nur Psychotherapeuten aufgelistet, die auch eine entsprechende Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Häufig gehen Eltern jedoch trotzdem zunächst zu ihrem Kinderarzt. Dieser prüft, ob es eine organische Ursache gibt und überweist andernfalls ggf. zu einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Du kannst dich aber auch direkt an eine kinder- und jugendpsychiatrische Klinik wenden.

Darüber hinaus gibt es Beratungsstellen speziell für Kinder, Jugendliche und Eltern. Auf clarat.org kannst du eine passende Beratung in deiner Nähe finden.

von Andrea Kaczmarek

Wohnen

السكن

إن الحق السكن يعتبر أحد الحقوق الأساسية في ألمانيا. ولكن ماذا عن اللاجئين القادمين من خارج البلاد، هل لديهم هذا الحق؟ أين يسمح لهم بالعيش؟ ومن يمكنه مساعدتهم في إيجاد السكن؟


حق السكن

أساساً يمتلك جميع الناس بما فيهم اللاجئين حق السكن في ألمانيا. ولكن نوع السكن يتعلق بإذن الإقامة والمدة التي قضاها الشخص في ألمانيا. في البداية يعيش اللاجئون غالباً في مدارس قديمة، صالات رياضية، أو ثكنات عسكرية سابقة. هذه تعتبر مراكز الإستقبال الأولية للاجئين. إن نوع السكن التالي الذي سينتقل إليه اللاجئ لاحقاً يتوقف على الولاية و البلدية. يعيش اللاجئون أحياناً في سكن جماعي، حيث فيه يتقاسمون العيش في غرفة. في بعض البلديات يسمح لهم أيضاً بالانتقال والعيش في سكن خاص مشترك WG. طالبو اللجوء القادمون من بلدان آمنة يتوجب عليهم المكوث في مراكز الإيواء الأولية حتى يتم النظر في طلبات لجوئهم. في عام ٢٠١٦ تم اعتبار البلدان التالية بلدان آمنة: البوسنة والهرسك، مقدونيا، صربيا، مونتينيغرو، ألبانيا، كوسوفو، غانا، والسنغال.

هل يسمح لطالبي اللجوء اختيار مسكنهم؟

لا. عندما يأتي الشخص إلى ألمانيا يتم أخذه إلى أقرب مركز استقبال ليتم تسجيله. ومن ثم يمكن أن يتم نقله. يوجد منظمات اختصاصية مختلفة تهتم بأمر اللاجئين القادمين من بلدان محددة. بالإضافة لذلك يوجد نظام في ألمانيا لتقاسم اللاجئين قائم على مبدأ المحاصصة. كلما زاد عدد سكان ولاية ما، تقوم هذه الولاية باستقبال عدد أكبر من اللاجئين. إذا كان اللاجئ قم وصل لمركز الاستقبال „الصحيح“ عندها يمكنه تقديم طلب اللجوء هناك. في ألمانيا لا يمكن للاجئين استئجار مسكن في الأشهر الثلاث الأولى. في هذه المدة يكونون مجبرين على البقاء في مراكز الاستقبال الأولية. الدولة تتحمل نفقات السكن والطعام. هذا الوضع في مراكز الاستقبال الأولية يمكن أن يستمر حتى يتم البت في طلب اللجوء المقدم.

من هم اللاجئون الذين يحق لهم الحصول على سكن؟

الوضع شبيه لما هو عليه في حق العمل، حيث يأتي حق السكن تباعاً بعد الحصول على حق اللجوء. بالإضافة لهذا يتعلق نوع السكن بالمقاطعة والبلدية ذات الاختصاص. فبحسب كل مقاطعة يوجد نظم مختلفة، على سبيل المثال متى يحق للأشخاص الحاصلين على إقامة الدولدونغ استئجار شقة.

  • طالبو اللجوء يحصلون على إذن إقامة مؤقت طالما أن طلبات لجوئهم قيد الدراسة. طالبو اللجوء يخضعون لمبدأ الإقامة الإلزامية. إن تقليص حرية الحركة الخاص باللاجئين يعني، أنه لا يسمح لطالبي اللجوء التجوال خارج المناطق المحددة لهم إلا بإذن من مكتب سلطة الأجانب.
  • الأشخاص الحاصلون على إقامة الدولدونغ يخضعون لمبدأ الإقامة المحددة بالمكان إذا كانوا يتلقون المساعدات الإجتماعية (السوسيال). هذا يعني أن اللاجئين الحاصلين على إذن إقامة أو الدولدونغ، سيكونون مجبرين على الإقامة في موقع معين. إذا كان المعنيون غير معتمدين على المساعدات الاجتماعية، عندها يمكن لهذا الشرط أن يصبح ملغياً.
  • الأشخاص الحاصلين على الحماية الفرعية و اللاجئين المعترف بهم يمكن أن يتم شملهم ضم مبدأ الإقامة المحددة بالمكان عندما يتلقون المساعدات الاجتماعية. من خلال أحد التعديلات على قانون الاندماج في عام ٢٠١٦ فقد تم وعلى الرغم من مبدأ حرية اختيار مكان الإقامة الذي كان يتمتع به اللاجئون، تم شملهم في مبدأ الإقامة المحددة. ويعتبر هذا التعديل ذو أثر رجعي على جميع من حصل على الإقامة ابتداء من ١ كانون الثاني ٢٠١٦.

كم يسمح أن يكون ثمن إيجار المنزل؟

بالنسبة لتكاليف الإيجار يوجد حدود عليا وهذه الحدود تعتمد على عدد الأشخاص الذين سيعيشون سوياً. هذه الحدود العليا يمكن إيجادها في هذا الجدول هنا. إن المعلومات الواردة في الجدول تصلح في مقاطعة برلين. هام: إذا تم الانتقال إلى سكن مشترك فعندها يمكن أن تنخفض هذه الحدود العليا بنسبة ٢٠ بالمئة. هذه القيم تنطبق أيضاً بطبيعة الحال على الأشخاص الذين ليس لديهم سكن والذين ينتقلون من مراكز الإيواء الخاصة بالمساعدات السكنية إلى منزل.

الدعم المقدم من منظمات مساعدة اللاجئين

يوجد في ألمانيا منظمات يمكن عن طريقها الحصول على مشورة مجانية. حيث يمكنك هناك الحصول على معلومات هامة لجميع الأسئلة التي لديك فيما يخص موضوع البحث عن سكن واستئجار مسكن. هناك تتعلم الحقوق والواجبات الخاصة بالمستأجر وتعرف كيف تبحث عن عروض سكن. هنا ستجد المنظمات اللاتي يمكنهم المساعدة في ذلك.

عمر الصباغ‎